Tolle Sicht von oben & Puerto Montt ist keine Reise wert

Nun ging es los in Richtung Norden. Pünktlich stand der Transferbus vor der Türe und brachte mich  zum Flughafen. Gut, hier sagen sie nicht aeropuerto zu dem Flughafen, sondern aerodromo. Ein wirklicher Flughafen ist es ja auch nicht. Es ist mehr nur eine Halle. Wohl der kleinste Verkehrflughafen, den ich kenne. (Bild unten mit der Gepäckausgabe sagt alles).
Von meinem Flug vor 2 Jahren wusste ich schon, dass beim Flug nördwärts die rechts Seite die bessere ist, und so habe ich mir vorgestern schon einen Platz gesichert. Der Profi. Nach einem wegen dem Wind holprigem Start zahlte sich die Sitzplatzwahl aus. Von Fenster sah ich die besuchten Torres del Paine und auch den Pertio Moreno bei fast wolkenlosem Himmel nochmal von oben. Auch von oben  beindruckend. Beim Perito Moreno sieht man erstmal dessen ware Dimension.
Daran schloss sich dann das Patagonische Inlandeis an. Eine mehrere hundert Kilometer lange und breite Eismasse, die sich über die Berge zieht.
Danach war aber auch genug vom Eis. Es wurde grüner. Dann ging es auch schon über die Insel Chiloé, bevor wir in Perto Montt ankamen. Direkt vom Flughafen gab es einen Bus, der bis Busbahnhof im Zentrum fuhr. Die Landschaft ist wirklich nett und schon fast mit Bayern zu vergleichen. Ein bisschen wilder und unverbauter ist es aber schon. Na klappte ja alles einwandfrei. Bei der Einfahrt nach Puerto Montt dachte ich mir. „Sauberer Ort“. Das waren aber nur die üblichen Supermärkte auf der grünen Wiese, wie bei uns auch. Angekommen sah ich aber schnell, dass der Ort nicht viel zu bieten hat. Die beiden Hostals, die ich mir rausgesucht hatte, waren partout nicht zu finden. Irgendwas stimmte in der Beschreibung nicht. Na ja, habe ich mir gedacht. Die letzten Meter mit dem Bus sind wir ja an allerhand vorbei gekommen und wenn nicht, dann fahr ich eben die Stunde weiter nach Puerto Varas. Wie ich so suchend rummstand und mich immernoch wunderte, dass die Hotels nicht da waren, wie beschrieben, sprach mit ein älterer Chilene an, ob er mit helfen könne. Er meinte, dass er auch nicht wisse, wo die Hotels sind, weil er auch nicht von hier ist, aber er wohnt bei einer Frau, die Zimmer an Studenten und Wochenendheimfahrer vermietet. Am Wochenende sind die leer und er wohnt da auch am Wochenende. Ich soll einfach mal mitkommen und es mir anschauen. Was soll ich sagen? Jetzt habe ich fpr die Nacht ein Studentenzimmer mit Fernseher und Internet für 7000 $ (also 10€). Es ist einfach aber blitz blank sauber und ein Bad, das größer ist als das Zimmer gibt es auch noch. Wiedermal Glück gehabt. So bin ich froh, dass ich nicht noch weiter suchen musste.
Meine anschließende Erkundungstour durch das „Zentrum“ zeigte mir dann schon, dass der Ort wirklich nichts hat. Eine Einkaufstraße, mehrere Supermärkte, eine halbwegs nette Uferpromenade, die durch das Busterminal und eine Baustelle unterbrochen werden. Auf der Promenade scheinen sich abends die Jugendlichen der Stadt zu treffen. Wahrscheinlich aus Alternativlosigkeit. Sonst gibt es ja nix.Wenigstens reicht der Pulli.
Endlich keine Jacke mehr.

Morgen schauen ich dann, dass ich zeitig weiter komme. Zuerst mal eine Stunde nach Puerto Varas. Das muss man aber recht schnell gesehen haben. Dann noch 30 Minuten weiter nach Frutillar. Dort habe ich mit heute schon ein Hotel reserviert. Diesmal ein Hotel und kein Hostal. Man muss ich auch ab und an mal was gönnen. Und morgen wird es deutsch, sehr deutsch. Zum Vorgeschmack mein Hotel heißt „Hotel am See“ und das ist keine Übersetzung