Wieder versöhnt & Tag in Frutillar

Gestern Abend konnte mich ja Puerto Montt nicht ganz überzeugen. da wollte ich also schaunen, dass ich diesen Tag sinnvoll nutze und zeitig wegkomme. Also ging es um 9 Uhr los. Richtung Busbahnhof. Nicht direkt, weil eine Chance wollte ich der Stadt noch geben. Also habe ich einen kleinen Umweg über das Zentrum, den Hauptplatz und die Kirche gemacht. Was soll ich sagen, gelohnt hat es sich nicht. Gut, da Sonntag war, hat alles auch noch recht trist gewirkt. da alles geschlossen war.
Naja, dann auf zum Busbahnhof und den Bus nach Puerto Varas suchen. Es geht alle 15 Minuten einer. Ahh gefunden. Es ist einer der Minibusse. Nur wo kauft man die Tickets? An den Schaltern stehen nur die längeren Verbindungen. Also einfach mal beim Fahrer fragen, wo man die Tickets bekäme. Direkt bei ihm war die Frage und der fährt jetzt auch gleich los. Super. Ist ja wie in Deutschland. Für 800$, also ca. 1,2 € geht es 45 Minuten nach Puerto Varas am Lago Llanquihue. Meine beiden Reiseführer waren sich über den Ort nichts eins. Der erste lobte den Ort in den Himmel, der zweite sagte eher, dass es nichs zu sehen gab. Leider sollte der zweite Reiseführer recht gehalten. Es war nicht häßlich und um längen besser als Puerto Montt, aber eben auch nicht so, dass man sich länger Aufhalten muss. Zudem war es noch bewölkt und so blieb der Blick auf über den Lago Llanquihue auf den Vulkan Osorno auch verwehrt. Nach ca, 1 Stunde war ich mit dem Ort wirklich durch. Also stieg ich eben viel früher als geplant in den Bus nach Frutillar. Busterminal gab es keines, also hieß es auf die südamerikanische Weise den Bus durch Handzeichen aufmerksam zu machen, dass man mit möchte. Hier zeigt sich dann doch, dass ich nicht alles zu 100% sehe und zudem etwas langsam schaue. Der erste Bus fuhr somit an mir vorbei. Aber ich hab mir das Sgnalwort gemerkt. Frutillar Bajo, also einfach auf Bajo schauen. Hat beim nächsten Bus auch geklapp und schon ging es für weitere 900$ eine Stunde nach Frutillar Bajo.Ich hatte schon Angst, dass es wieder eine Enttäuschung wird. Es kam aber anders. Als wir den Berg zum See herunterfuhren, sah man schon, dass es hier anders war. Alles war ordentlich, aufgeräumt und herausgeputzt. Nachdem ich ausgestiegen war, stand ich auch schon vor meinem Hotel. Hotel am See. Ohne Probleme könnte man das Hotel an die Chiemsee setzen und es würde keinem auffallen. Auch bei den Zimmern. Also los ging es auf die erste Erkundung. Noch war es bewölkt . Der ganze Ort mit den kleinen Häusern sah unglaublich nett auch. Alles super, überall blühende Blumen, Sträucher und Häuser, die ein bisschen was von Schwarzwald hatten. Ich fühlte mich aber auch ein bisschen an Chiemsee erinnert. Überall gab es Strudel, Apfelstrudel, Kuchen und Torten nach Deutscher Art. Man konnte sich zwischen dem Hotel Kaffee Bauerhaus und Restaurant Frau Holle entscheiden. Nach einem Kaffee, einer Scharzwälder-Kirsch und einem Apfelstrudel (alles sehr zu empfehlen und wie daheim) war auch ich wieder bei Kräften und konnte mir das Museum ansehen. Es zeigte, wie damals die deutschen Einwanderer hier angekommen sind, hier gelebt haben und das Lang bewohnbar gemacht haben. Wirklich beeindruckend. Das Freilichtmuseum würde man in Deutschland als total kitschig ansehen, aber hier irgendwie nicht. So geht es einem in dem Ort allgemein. Irgendwie wirkt alles vertrau, hängt gefühlte 50 Jahre hinterher, man denkt an Heinz Erhardt Filme, aber andererseits passt es auch gar nicht zu dem ganzen Chilenischen. Auch nicht zum Deutschland von heute
Auf jeden Fall füllte sich am Nachmittag die Straßen und der Strand mit Leuten. Es war eine wirklich angenehm gemütliche Stimmung, mit Familien am Strand. Inzwischen war es wolkenlos und am anderen Seeufer sah man den Schneebedeckten Vulkan Osorno. Da kann dann der Hochgern und die Kampenwand am Chiemsee, dann noch nicht mithalten. T-Shirt-Wetter. Ab in die Sonne an den Strand und ein wenig die Seele baumeln lassen. Jaja, der Profi. Sauber hat es ihn erwischt. Sonnencreme im Gesicht, aber nicht an den Armen. Wobei es im Gesicht auch beißt. ich lern es nie.
Auf jeden Fall ein Ort, an dem es sich aushalten lässt.
Eigentlich wollte abends direkt im Hotel essen, aber die haben dann glatt schon um 20 Uhr das Restaurant geschlossen. Gelen hier auch die deutschen Essenzeiten? Also ging es ins Restaurant ums Eck.
Morgen heißt es erstmal ausschalfen, frühstücken. Um 1 Uhr geht es dann nach Valdivia. Irgendwas scheint da los zu sein, Ich hab 10 Hotels und Hostels angerufen und kaum mehr was bekommen. Gut dass ich heute schon geschaut habe und nicht einfach so gefahren bin. Ist ja eigentlich Nebensaison.

Somit also am Ende ein entspannter Tag, ein netter Ort, ein Sonnenbrand und die Gewissheit, dass ab und an doch was besseres nachkommt.