Pucón und Ausflug in den Nationalpark Conguillío

Die Unterkunft hatte für den heutigen Tag einen Ausflug in den Nationalpark Conguillío organisiert. Das war einen gute Gelegenheit und so bin ich da gleich mal mit aufgesprungen. Da es dann heute morgen schon um 7 Uhr los ging, war ich gestern Abend dann  nur noch zu Hause. Muss auch mal ruhiger sein. Nach einem Frühstück mit viel Auswahl ging es dann auch schon los. Die Gruppe hatte ich ziemlich reduziert. Eine Person wurde krank und 2 Personen kamen nicht, so wir dann nur 3 Mitfahrer und der Führer waren. Ein Deutscher, eine Schweizerin und ich.
Von dem Nationalpark wusste ich bislang nichts, nur, dass er in den Nähe des Vulkans Llaima ist und dass es dort die Araucanien-Bäume, also den chilenischen Nationalbaum, gibt.
Die Anfahrt zu dem Nationalpark dauerte knapp 2 Stunden, wobei hier auch eine halbstündige Kaffeepause mit drinnen war. Es ging natürlich auch wieder ca. 25 km über Schotterpisten. Wie ich diese Pisten mittlerweile hasse.
Obwohl wir bei totaler Bewölkun losgefahren sind, war nach der Kaffeepause kaum mehr eine Wolke zu sehen. Somit ging es mit Sonne die letzten Meter in den Park. Der Vulkan Llaima war unmittelbar vor einem. Nach dem Parkeingang änderte sich die Landschaft schlagartig und wir kamen über ein großes Lavafeld. das vom Vulkan herabführte. Alles schwarz und wenig Bewuchs. Weiter unten gab es einen Wasserfall und eine Fluß, der sich an einer Abbruchkante entlangschlängelte. Das hatte ein bisschen was von wildem Westen. Das Wasser war unglaublich blau, vorallem bei dem Wasserfall. Das liegt an den Mineralien im Wasser. Nach einer kurzen Rundwanderung ging es dann weiter über völlig kahle Lavafelder nur mit gelben Blümchen zur Laguna Verde. Leider hatte die weger der Trockenheit im Winter hier nur wenig Wasser. Trotzdem ein recht schöner Anblick. Dann ging es weiter zur Laguna Azul. Der See ist wirklich blau. Drinnen steht ein ganzer Wald unter Wasser. Hier kam die Lava vom Berg herunter, kühlte ab und bildete einen Damm. Das Wasser staute sich und überflutete so die Bäume. Sah toll aus. Die letzte Station war dann der große Lago Conguillío. Zuerst waren wir da an einem einsamen Strand. Im Hintergrund sah man die verschneite Sierra Nevada. Ja die gibt es auch hier. Anschließend machten wir einen Wanderung 2 Stunden den Berg rauf über dem See. Dabei boten sich immer wieder Ausblicke auf den See, die Araucanien-Bäume und auch den Vulkan Llaima. Traumhaft. Wir kamen dann zur Schneegrenze und kehrten um.
Somit ging es dann zurück nach Pucón, wobei mir die Fahrt fast nicht enden wollend vorkam.
Allesamt waren wir eine nette Gruppe und so konnte man auch mal ein bisschen was machen und saß nicht nur im Bus. Da der Führer nur Spanisch konnte, die anderen beiden  aber wenig oder gar nicht, bekam ich bei der Tour 5000$ Rabatt und durfte den Übersetzer spielen. Auch mal was.
Wir kamen also erst spät in Pucón an, es war schon nach 21 Uhr. Jetzt hatten wir aber Hunger. Die Schweizerin hatte keine Lust mehr Essen zu geben und so bin ich dann nur noch mit dem Deutschen los. Das Essen war super und der Wein auch.
Um 12 Uhr bin ich dann heim und fand das Hostal verschlossen vor. Schon die Türe zum Garten. Die Besitzerin hatte gesagt, dass sie immer abschließt, wenn der letzte Gast drinnen ist. Nur war ich eben noch draußen. Meine schlanken Finger konnte aber durch das Gitter greifen und den Riegel von der Gartentüre aufmachen. So im Garten war ich schon mal. Aber Haustüre zu und Hintertüre zu. Verdammt. Kein Licht auf Klopfen antworte keiner. Ich sah mich schon ins Hotel gehen und die Nacht dort zu verbringen. Da hier aber Bauarbeiten an der Garage im Garten sind entdeckte ich eine Leiter. Das Fenster zu meinem Zimmer war offen. Da die Zimmer hier wenig hoch sind, ich im 1. Stock wohnte und zudem vor dem Fenster auch noch eine Stufe war, hab ich mir die Leiter geschnappt und bin in mein eigenes Zimmer eingestiegen. War ebenso leicht wie über die Treppe. Das ist wohl auch das erste und einige Mal, dass ich je in meinem Leben in mein eigenes Hotelzimmer einsteige. Gut ich hätte auch einen riesen Lärm machen können und alle aufwecken, aber das war nun wohl die einfachere und schnellere Lösung.