Auf den Villarrica

Als Abschluß meines Aufenthalts ging es heute auf den Villarrica. Die letzten Tage war ja das Wetter nicht so gut und somit war das nicht möglich. Für den heutige Tag war das Wetter besser angesagt. Das hat man aber beim Aufstehen noch gar nicht gesehen .Da war alles noch bewölkt.
Gestern war ich abends noch in der Agentur, wegen der Ausrüstung, die man für die Tour gestellt bekommt. Steigeisen, feste Schuhe, dichte Hosen, Handschuhe usw. .
Heute morgen ging es also um 7 Uhr  in Minibussen zum Parkplatz de Skistation am Villarrica. Ist schon ein wenig komisch ein Skigebiet direkt an einen aktiven Vulkan zu bauen. Als wir am Eingang des Nationalparks angekommen sind, kamen wir über die Wolken und unter blauem Himmel sah man den Villarrica. Man konnte nun entweder den Lift nehmen oder aufsteigen. Klar, dass man da den Lift nimmt. Das spart einem glatt eine Stunde aufstieg und 400 Höhenmeter. Eingen war der Lift aber mit 7000$ zu teuer. Na gut, wenn sie meinen und dann vielleicht dadurch den Gipfel nicht erreichen…
Aufgrund des recht schlechten Wetters die letzten Tage waren ziemlich viele Leute, die auf den Berg wollten. Oben am Lift angekommen, begann der Schnee. Ich kam in eine kleine Gruppe aus nur 8 Leuten, alles jüngere Leute. Es gab auch Gruppe mit über 20 Leuten Das ganze hatte einen Vorteil und einen Nachteil. Da wir mit als erste losgingen, war der Weg nach oben noch nicht so gut ausgetreten. Wir machten also quasi mit den Steigeisen den Weg, was wahrscheinlich anstrengender war, als im ausgetretenen Weg hinterherzulaufen. Andererseits, war es bei uns ruhig und ging nicht so zu wie in der großen Gruppe. Anfangs dachte ich mir, geht ja super, wird ja fast ein Spaziergang. Das nahm aber dann bald ab und zum Gipfel hin war es trotz der Pausen, die wir immer wieder gemacht haben, doch dann recht anstrengend.Nach den Pausen ging es dann wieder zwei Serpentinen gut, bevor fann die Kraft wieder nachgelassen hat. Vorallem weil der Berg zum Schluß hin immer steiler wurde. So ging es im Zick-Zack immer weiter rauf. Je anstrengender es wurde, umso weniger hat man den Blick eigentlich genossen. Man hat nur noch auf die Trittspuren des Vordermanns geachtet. Zähne zusammen beissen.. Der Blick auf die anderen Berge und die Fernsicht waren aber auf jeden Fall atemberaubend. Schlussendlich erreichten alle unserer Gruppe den Gipfel und damit auch den Kraterrand des Vulkan.Das ganze als Vorsteiger in nur 3 Stunden. Eigentlich dauert es 4 Stunden. Also dafür waren wir eigentlich trotz unserer müden Knochen und der Anstrengung ziemlich flott. Oben stiegen Dampfwolken  immer wieder aus dem Krater auf. Wenn eine Wolke dann ein bisschen in die Richtung zog, dann stank es gewaltig nach Schwefel und brannte auch in den Augen. Auf dem Gipfel wurde es nun auch ziemlich voll. Doch Glück gehabt mit der ersten Gruppe. Die Gruppen, die jetzt kamen, brauchten keine Steigeisen mehr und hatte einen gut ausgetretenen Pfad. Man hätte es also auch leichter haben können.
Nach einer Brotzeit oben ging es dann wieder nach unten. Hierzu hat man spezielle „halbwegs“ wasserdichte Abrutschhosen bekommen und so einen kleinen Plastikschlitten. Mit dem rutschten dann alle in mehreren Etappen nach unten. Das war ziemlich effizient und auch lustig. Zudem ist man schnell wieder unten. Wir haben runter nur ca. 1 Std gebraucht. Die letzten 100 Meter vor dem Parkplatz bin ich dann noch auf einem einfachen Schotterfahrweg ein wenig umgeknickt und nun schmerzt es ein bisschen im Knie. ich glaube nicht, dass schlimm ist, das wird morgen sicher im Muskelkater untergehen. Kann mich ja morgen im Bus entspannen.
Somit endet meinen Zeit hier in Pucón. Es war wirklich toll hier. Die Umgebung und auch die Unterkunft. Morgen geht es weiter zur Verwandschaft von der Pato nach Pucón. Am Mittwoch dann nach Santiago, wo sich dann der Kreis wirklich schießt.

Am Abend ging es dann noch schön ein richtiges Stück Rind essen. Das war von vorne herein so geplant. Wenn ich es bis zum Gipfel schaffe, dann als Belohnung, und wenn nicht dann als Trost. Die Belohnung war perfekt.