Freier Tag und Tag in Santiago

Gestern war wie gesagt nichts geplant. Und dabei blieb es auch. Zuerst mal habe ich lange geschlafen. Das kam die letzten Woche oftmals viel zu kurz. Nach dem Frühstück und Mittagessen habe ich den Tag mehr oder weniger auf der Terasse vertrödelt. Und obwohl ich den ganzen Tag nichts gemacht habe, war ich zudem Abends dann auch müde, so dass ich schon um halb 11 ins Bett bin. Das war mit Abstand der untätigste Tag des Urlaubs. Aber musste auch mal sein und tat gut.

Heute bin ich da wieder um 8 Uhr aufgestanden. Die Pato musste morgens in die Klink nach Santiago und so war das ein Weg. Zum Abschluss wollte ich eben noch mal einen ganzen Tag in Santiago verbringen, um die ganzen Sachen von 2010 wieder mal zu sehen bzw. aufzufrischen. Mit dem Arbeitskollegen aus der Firma wurde es leider nichts, weil er gerade zu dieser Zeit, zu der ich in Santiago bin, mit der Arbeit in Temuco ist.
Naja, auf jeden Fall wurde ich an der U-Bahn-Station Escuela Militar abgesetzt. Von dort bin ich dann erstmal Richtung Zentrum fahren. Nur kurz an der Moneda, dem Präsidentenpalast, vorbeischauen. Dann ging in das Viertel Barrio Paris-Londres. Ich hatte es die ganzen Jahre hier nie her geschafft, obwohl es eigentlich direkt auf dem Weg liegt. Viertel ist auch ein bisschen viel gesagt. Eigenlich ist es nur die Kreuzung der beiden Straßen Paris und Londres. Die Häuser da ringsum sind aber allesamt wirklich schön, alt und gut hergerichtet.
Vor dort ging es dann gleich auf den Markt Santa Lucia. Dort bekommt man allerhand Kunsthandwerk. Musste hier 2 Dinge als Mitbringsel organisieren.
Dann ging es durch die Innenstadt, über die Plaza de Armas zum Mercado Central. Auch wenn er in allen Touristenführern steht. Ich kann dem Markt nichts abgewinnen. Alle wollen dich nur zum Essen ein lokal bringen. Eigentlich ist es mehr eine Ansammlung von Touristenlokalen, denn ein Markt. Die Marktstände sind klar in der Unterzahl. Über den Parque Forestal und eine Eisdiele, in der es wohl das Beste Manjar-Eis gibt,  bin ich bei Barquedano in die Metro eingestiegen und bis Manuel Montt gefahren. Das war die Haltestelle, wo ich 2010 gewohnt habe. Ich wollte den Vermietern eine Besuch abstatten. Es war niemand da. Schade. Na gut, dann gehe ich erstmal essen. In einem lokal, das ich kannte, gab es quasi einen Tafelspitz mit Koreander-Soße mit Knoblauch. Klingt nun wirklich sonderbar, war aber ausgesprochen gut. Nach dem Essen bin ich nochmals bei der Wohnung vorbei und siehe da es hat jemand aufgemacht. Die haben ganz schön geschaut, wie sie mich in der Türe stehen gesehen haben. Ich hab mich extra auch nicht angemeldet. Überraschung. War aber total schön, die wieder zu sehen, nach über 2 Jahren. Wir sind ja damals doch jeden Abend zusammen gesessen. Zudem ist die Familie ja auch der Retter und Begleiter beim Erdbeben gewesen. Wir sind dann am Tisch, wie damals, zusammengesessen und es war eigentlich so wie damals. Ich hatte da wirklich Glück mit den Vermietern.
Die Zeit verging dort ziemlich schnell und wollte noch ein paar Dinge machen. Zum einen wollte ich auf den Cerro San Cristobal mit der Seilbahn fahren. Die hatte aber geschlossen. Somit hatte ich Zeit gewonnen. Eigentlich wollte ich mir im Patio Bellavista einen Pisco Sour kaufen, aber da waren so wenige Leute, dass es nicht einladend war. Irgendwie verändert sich der Innenhof mit seinen vielen Lokalen auch, habe ich das Gefühl. Früher war es eigentlich nur schön, unkompliziert mit vielen Bars. Ich habe das Gefühl, dass es nun ein wenig versnopt wird.
Also bin ich dann mit der Metro zum neuen Shopping-Center Costanera gefahren. Das war ohnehin 2 Stationen vor Escuela Militar, lag also auf dem Weg. Das war schon heftig, was die da für eine Mall aus dem Boden gestampft haben. Es war riesig. In Concepción habe ich im Geschäft Ripley tolle Pollover zu einem Spottpreis gesehen. Die wollte ich eigentlich hier kaufen, da ich sie nicht mitschleppen wollte. Darauf wurde nichts. Zum einen hatten die hier nur Markenzeug, was das selbe wie in Deutschland kostete, zum anderen hatten die hier nur Sommersachen. Klar, im Gegensatz zu Concepción ist es hier ja deutlich wärmer und so gibt es hier einfach Pullitechnisch viel weniger Auswahl. Na dann halt ned.
Pünktlich stand ich am Abholpunkt. Wegen des Verkehrs in Santiago dauerte es aber eine halbe Stunde länger, bis ich abgeholt wurde. Danach mussten wir nur einen kurzen Umweg über den Bruder von der Pato machen und dann in den Baumarkt fahren. Fahrstrecke zusammen vielleicht 10 km. 3 Stunden später waren wir dann daheim. Hierbei haben wir aber bei dem Bruder der Pato 10 Minuten und im Baumarkt vielleicht einen halbe Stunde gebraucht. Der Rest ging für den Verkehr drauf. Ich werde mich in Zukunft nicht mehr über den Verkehr daheim beschweren.

Zusammenfassend muss ich über diesen Tag trotzdem sagen. Ich mag Santiago. Ich weiß nicht warum, aber wenn man nicht Autofahren muss, ist die Stadt einfach angenehm. Irgendwie kann ich mich hier einfach wohlfühlen. Und ich ziehe Santiago nach wie vor um Längen Buenos Aires vor.