Rückkehr und wieder daheim

Am letzten Tag ging es wie gesagt noch schnell über das Krankenhaus. Dann sind wir zusammen mit dem Bruder von der Pato zusamen noch zum Mittagessen in Santiago gegangen. Irgendwie war der Abschied schon ein wenig im Kopf, so dass es erstaunlich ruhig war. Auf dem Weg habe ich dann unbewußt nochmal geschaut alles in mich aufzunehmen. Kleinigkeiten. Die grünen Busse von Santiago, die blühenden Blumen, die gesamte Verkabelung, die in Chile überirdisch läuft, die nicht perfekten Straßen und die wärme. Es hatte über 30 Grad.
Nach dem Essen hat mich die Pato dann zum Flughafen begleitet. Der Abschied war zwar schmerzlich, aber nicht so hart, wie 2010. Immerhin. Zum Schluß gab es noch das Abschiedsfoto.
Im Flieger hatte ich dann Glück. Neben mir war niemand und so hatte ich die 2 Sitze ziemlich hinten im Flieger ganz für mich. Auch wenn die 13 Stunden nach Paris so erträglich waren, die Zeit eigentlich schnell verging, so konnte man doch nicht entspannt schlafen. Das Essen und der Wein bei Air France waren auf jeden Fall ausgezeichnet. Der Service bei der Airline passt. Das Umsteigen in Paris war auch kein Problem. Zum einen kamen wir eine halbe Stunde früher an, zum anderen hatte ich genug Puffer geplant. So war der Terminalwechsel kein Stress. Wegen den mitgenommenen Chili-Samen habe ich mir dann doch zu viele Sorgen gemacht. Wenn ich mir ein halbes Kilo Drogen an den Bauch gebunden hätte, hätte es in Paris auch keiner gemerkt. Das war eigenltlich keine Kontrolle. Da kontrollieren die in München bei Inlandsflügen strenger.
In Paris machte sich aber auch die Müdigkeit das erste Mal bemerkbar. Nicht, dass man direkt müde war, aber die Glieder waren schwer. Eigentlich hatte man keine Lust mehr auf weiterreisen. Man war ja schon 20 Stunden unterwegs. Also ohne Krankenhaus und Mittagessen. Aber es half nichts. Den Flug nach München habe ich dann fast ganz verschlafen. Beim Anflug auf München begann das Flugzeug zu sinken, wir tauchten in die Wolken ein, die Wolken hörten nicht auf, als wir dann durch die Wolken kommen, sind es noch 300 Meter bis zur Landebahn. „Scheiße“ das war alles, was ich laut sagen musste und das kam von Herzen.

Gepäck war alles da, Flaschen im Rücksack nicht gebrochen, also ging es mit dem Bus in die Arbeit nach Freising, wo mein Auto stand. In der Firma haben sich alle gefreut, dass ich wieder da bin. Teilweise ging es ganz schön rund, aber im großen und ganzen haben sie alles super im Griff gehabt.
Danach ging es heim. Mich erwarteten meine Eltern und ein Gulasch. Das Wetter bei der Fahrt war frustrierend. Niesel und dunkel. Kurz ging es noch am Edeka vorbei. Hatte ja nichts mehr daheim. Der Edeka kam mir irgendwie komisch vor und ich habe mich gar nicht wohl gefühll. Ich will einen Unimarc in Deutschland!!

Daheim war dann alles super. Alle haben sich gefreut. Nur wusste ich gar nicht, wo ich zu erzählen anfangen sollte.
Danach ging es in die Wohnung. Das habe ich allerdings aufgrund meiner Müdigkeit gar nicht mehr richtig realisiert.

Der Wecker klingelte am kommenden Tag gnadenlos. Aber ich musste raus. Der Kaffee hat mir aber geholfen. In der Arbeit hat es soweit gepasst. Ein bisschen fehlt der Überblick noch. Da brauche ich wohl noch 1-2 Tage.
Heute Abend war ich dann mit ein paar Freunden essen. War schön alle wieder zu sehen. Ein bisschen aber auch komisch, wenn man so weit weg war und auch teilweise alleine unterwegs war.

Somit bin ich nun wieder daheim und doch auch noch nicht ganz. In 3 Wochen entfernt man sich doch. Nicht nur weil man von den Kilometern so weit weg ist, man entfernt sich auch so ein wenig vom ganzen Lebenswandel. Es sprechen alle wieder Deutsch um einen rum. Irgendwie super, aber auch ein bisschen schade. Aber eben sind es auch die Kleinigkeiten hier, die einem positiv auffallen. Die Dusche bleibt so warm, wie man es eingestellt hat. Unser Fernsehprogramm ist um Welten besser. Man glaubt es kaum. Dafür ist unser Radio mit seinem Mainstream-Zeug ein Alptraum. Ein bisschen brauche ich also noch, bis ich mich wieder richtig eingelebt habe. Am Wochenende mit dem ersten Ausschlafen kommt das sicher. Bis jetzt war ja wenig Zeit.

Zum Abschluss noch ein Bild vom Abschied am Flughafen in Chile. Schaut so aus, als ob wir uns wiedersehen Chile und meine Chilenen.