Die Chilenen und das Essen

Man hat es ja vielleicht schon vorher in meinen Artikeln durchgehört, dass das chilenische Essen zwar durchaus seine Vorteile und Highlights hat, auf der anderen Seite aber auch ziemlich eintönig ist.
Bei den Hauptgerichten sieht es meistens so aus, dass es ein Stück Fleisch oder Huhn gibt und dazu kann man dann zwischen Reis oder einer Art Kartoffelbrei wählen. Das Fleisch kommt meist vom Grill oder vom heißen Blech (plancha). Dies ist zwar alles lecker, aber leider bekommt man auf diese Art der Zubereitung keinen einzigen Tropfen Soße. Wenn man dann noch Reis als Beilage hat, dann bleibt einem das Essen buchstäblich im Hals stecken.

Also bei der Arbeit um die Ecke ist da so eine Art Mensa, und

Als Highlights sind auf jeden Fall folgende Dinge zu nennen:

  • Empanadas = gefüllte Teigtaschen. Gibt es mit Fleisch / Zwiebeln / Aji oder auch mit Käse / Champignon und mit vielen anderen mehr. Man kann sie eigentlich überall kaufen. Auf Wunsch werden sie einem dann auch noch gleich aufgebacken.
  • Das chilenische Süß-Gebäck. Ist wirklich schön süß und unglaublich lecker.
  • Manjar oder dulce de leche = Wenn man Kondensmilch mit wahnsinnig viel Zucker aufkocht, dann kommt glaub ich so was in der Art raus. Eine Art Karamellcreme. Die ersten Tage konnte ich es nicht essen, weil es mir zu süß war. Jetzt hab ich fürs Frühstück mein eigenes Manjar zu Hause. Ein Traum. Ich hab keine Ahnung, wie ich in Deutschland ohne Manjar leben soll.
  • Eis gibt es in vielen tollen Sorten. Etwa „dulce de leche“ oder „suspiro limeño“ (ist eigentlich peruanisch). Suspiro limeño ist ein Eis, das mehr Ähnlichkeit mit einer Eistorte hat.
  • Pebre = ist eine würzige Soße z.B. zum Grillen. Besteht aus Tomaten, Zwiebeln, Aji (die chilenische Chilisorte) und Koriander
  • Ensaladia chilena = Der chilenische Salat. Tomaten, Zwiebeln, Aji und Koriander. Entweder grober geschnitten als Salat oder feiner mehr als Brotaufstrich
  • Pastel de choclo = Ist so eine Art Auflauf aus Mais und Hackfleisch. Das Ganze bekommt dann oben drüber eine karamellisierte Zuckerschicht.
  • Cazuelas = Eintöpfe mit allerlei Inhalt. Ist immer eine gute Wahl

Man könnte die Liste jetzt noch endlos weiterführen.

Leider muss ich aber auch die Schattenseiten ansprechen. Vor allem ist das das gestörte Verhältnis der Chilenen zum Essen. Fastfood, wie Completos (Hot-Dogs) sind in und grässlich. Es wird viel Mayonnaise benutzt, viel Fleisch und wenig Gemüse gegessen. Alles in allem also eine ziemlich eintönige und ungesunde Ernährung. Das Brot ist zu 90% Weißbrot und besitzt kaum Geschmack (dafür werden Semmeln auch nach 3 Tagen nicht hart, wenn man sie liegen läst; keine Ahnung, mit was die die behandeln).
Auf der anderen Seite sind die hier aber auf dem totalen Light-Tripp. Das ist echt extrem im Vergleich zu Deutschland. Im Supermarkt ist es absolut unmöglich einen Yoghurt zu kaufen, der nicht light ist. Auch bei den Säften ist es so. Mit dem Ergebnis, dass sowohl die Yoghurts als auch die Säfte kaum Geschmack haben, wenn dann eine dünnen, künstlichen oder süßen.

Unglaublich, aber ab und an habe ich wirklich dringendes Verlangen nach was grünem. In Deutschland kam das eigentlich nie so intensiv auf.

Zusammenfassend kann man aber sage, dass man hier alles andere als verhungern muss. Zugenommen hab ich glaub ich aber auch nicht, wobei das bei mir ohnehin ein anderen Kapitel ist.
Wirklich toll ist, dass man hier z.B. Mittags ein Menü, also Suppe oder Salat zur Vorspeise, ein Hauptgericht mit Fleisch, einen Nachtisch und ein Getränk fast überall zwischen 2000 und 3500 $ bekommt, also zwischen 2,60€ etwa 4,30€. Das ist echt perfekt. Auch die Getränke abends sind total günstig. Ein Pisco Sour ca. 1500 $ (knapp 2 €), ein Mojito 2000-2500 $ (also ab 2,60€). Und dann gibt es oft noch Angebote etwa zwei Cocktails für 3000$. Ein Schop Bier kostet auch so immer um die 1200-1500$.
Bei der Arbeit in der Mittagspause geh ich somit meist was in so einer Bar essen. Die meisten im Büro gehen zwar in so eine Art Mensa, wo es immer ca. 2000$ kostet, aber das Essen dort ist wirklich kaum genießbar. Fett, keine Soße. Somit ist das für mich keine Alternative.