Valparaiso es un sueño

Heute war es dann endlich so weit. Valparaíso war ein wichtiger Punkt auf meiner Liste, den ich unbedingt sehen wollte. Wenn man eine Stadt des Weltkulturerbes nur 1,5 Stunden mit dem Bus vor der Haustüre hat und dann zudem noch den Pazifik sieht, muss sich das ansehen.

Die Tickets habe ich am Vortag schon geholt. Also ging es um 10 Uhr morgens mit dem Bus Richtung Westen. Egal in welche Richtung man von Santiago fährt, man muss immer über ein Gebirge fahren. Hier allerdings nur geschätzte 200 Meter. Was während der Fahrt aufgefallen ist, dass in dieser fast schon wüstenähnlichen Berglandschaft scheinbar noch Firmen Retorten-Wohngegenden aus dem Boden gestampft werden. Da schauen dann alle Häuser absolut gleich auch und im Gegensatz zu der Gegend bei der Pato liegen diese Orte dann wirklich im nichts. Also ohne Auto nicht machbar.

Je näher wir dem Meer kamen, um so grüner wurde es. Nadelwälder mit ein paar Seen beginnen. Dazu grüne Täler, wo allerhand Obst angebaut wird.

Pünktlich nach 1.5 Stunden kam ich dann am Busbahnhof in Valparaíso an. Also erstmal Richtung Stadtzentrum laufen. Was sofort auffällt, dass hier noch sehr viel Architektur aus der Jahrhundertwende und von davor übrig ist.

Wie soll man diese Stadt nun an besten beschreiben. Die Stadt hat einen etwa 400m breiten bebauten Streifen unten am Meer. Dort gibt es höhere und moderne Häuser. Direkt dahinter beginnen die Hügel. Der meiste Teil der Stadt erklimmt also die Hänge. Und das ist das wirklich beeindruckende. Es wird so, als hätte man eine Sack mit bunten, kleinen Häusern einfach so über die Hügel ausgeleert und alles einfach so legen lassen, wie es gefallen ist. Wenn man etwas übereinander liegt, dann erhöht das nur den Reiz. Die einzelnen Hügel sind alle über Steile Straßen, viele Treppen und die berühmten Ascensores (kleine Schrägaufzüge) verbunden. Diese Schrägaufzüge gehören auch zum Weltkuluterbe, wurden alle zwischen 1880 und 1910 erbaut und funktionieren bis heute ohne Modifikation. Ist alles also historische, aber zuverlässige und einfach Technik. Eine Fahrt kostet immer zwischen 100 und 300$ und nimmt einem viel Treppensteigen ab.

Was macht nun den besonderen Reiz der Stadt aus. Für mich sind es die bunten, kleinen Häuser, die Hügel, dahinter das Meer, die Ascensores, aber vor allem, dass nicht alles herausgeputzt ist und glänzt. Es Reihen sich schöne Villen , neben Ruinen, neben baufällige Gebäude, die aber immer noch bewohnt werden. Farbe ist vor allem dazu da, dass sie abblättern kann. Zudem ist es nicht besonders sauber, es gibt viele Hunde und teilweise richt es auch mal etwas strenger. Das alles ergibt eine Mischung, die absolut beeindruckt. Ich glaube diesen Versuch hat noch niemand vorher gewagt, aber ich nenne jetzt mal Valparaíso das „Venedig Chiles“. Die Kanäle muss man einfach nur durch die Ascensores ersetzen.

Ein bisschen problematisch hat sich nur die Suche nach dem Mittagessen herausgestellt. Bei 30 Grad wollte ich auf jeden Fall draußen sitzen. Das mögen die Chilenen aber scheinbar gar nicht. Es gibt eine Menge Bar, alle furchtbar dunkel. Auf den wunderschönen Plätzen gibt es höchstens ein Kaffee. Und wenn man mal was zum draußen sitzen findet, dann ist das entweder ein Edel-Restaurant oder eben direkt was Touristen (Preis hoch, Qualität mäßig). Also hier finden Valparaíso und nicht zueinander. Also wurden es einfach wieder Empanadas auf einer Parkbank.

Mit der Besichtigung war ich dann nun durch. Es bliebt aber noch Zeit die ich nutzen wollte, um an den Pazifikstrand zu gehen. Schwieriges unterfangen. Am schnellsten die Hafenmetro nehmen. Der die kann man nur nutzen, wenn man sich eine aufladbare Metrokarte kauft. Nicht schon wieder. Das System ist so touristen-unfreundlich. Jetzt hab ich schon eine Karte für Santiago (die auch Sinn macht) und einen für Mendoza. Jetzt nicht noch eine für Valpo. Also laufen. Nach 30 Minuten konnte man über eine winzigen Weg über die Gleise zu dem „Strand“. Er war etwa 100 Meter lang und wegen großer Brandung und Steinen konnte man vom Sand nicht ans Wasser. Baden verboten. Na egal. Eine Stunde einfach in die Sonne legen und das Meer hören ist ja auch was.
Dann ging es mit dem Bus auch schon wieder zurück nach Santiago.

Man kann sagen, dass wenn man nach Chile kommt, man sich viele Überlegen kann, ob man es auslässt oder sich anschaut. An Valparaíso führt aber absolut kein Weg vorbei. Die Stadt beeindruckt, wie sie ist.