Nichts für Wanderer – Sternegucken

In diesem wunderbaren Valle d`Elqui wollte ich nach einem ausgiebigen Frühstück ein bisschen durch die Weinberge talaufwärts wandern, aber leider war das nicht möglich. Nur an der Strasse. Sonst war alles perfekt abgesperrt. Das kenne ich ja schon aus dem Cajón de Maipo bei Santiago. Für Wanderer ist kein Platz oder kein Verständnis. Es gibt hier im wahrscheinlich eine größere Variation an Formulierungen, dass man etwas nicht betreten darf, als es wirklich Wege gibt. „Recinto privado“, „no entrar“, „no acceso“, „acceso prohibido“…. .
Dabei wäre es das perfekte Tal zum Wandern. Ein Flusslauf, Weinberge, alles erinnert ein bisschen an Südtirol. Es wäre doch eine super Sache einfach einen Weg durch die Weinberge zu öffnen, da dann kleine „Buschenschenken“ aufzumachen. Dagegen kleben die Restaurants am Hang an der Strasse und haben teilweise nicht mal eine Terrasse.
Wie schon in Maipo kann man Tours mit dem Pferd und einem Guide , Wandertours mit Guide und Tours in einem Bus mit Guide buchen. Irgendwie nervt das. Außerdem versteh ich die Chilenen hier nicht. Nicht die chilenischen Gastgeber und auch nicht die chilenischen Gäste. Mit dem zu Fuß gehen haben sie es so gar ned. Auch als wir in San Pedro die Tours gemacht haben, verstanden die unter „Wanderung“ 800m auf einem Weg 100m von der Strasse weg herlaufen.
Nach 2 genervten Stunden und mehrfachem Umdrehen an irgendwelchen Gattern, Gittern und Verbotsschildern, habe ich den Plan B ausgepackt. Einfach in die Sonne an den Pool vom Hostal legen.
Danach ging es mit dem Bus talauswärts nach Vicuña. Einen recht netten Städtchen mit vielen Häusern aus der Kolonialzeit. Auch das Hostal ist in einem solchen Haus, mit hohen Decken und einem großen, spanisch wirkenden Patio.
Als ich dann durch den Ort laufe treffe ich auf einen Umzug von Kindern die alle wie im Fasching verkleidet sind. Es sieht wirklich  ein bisschen aus, wie ein Mini-Faschingszug in Köln, auch mit geschmückten Wagen. Dazu wird gehupt und zwei brasilianische Samba-Trommel-Gruppe machen Stimmung. Ich hab bis heute keine Ahnung, was es damit auf sich hat.

Am Abend ging es dann in die Sternwarte Mamalluca. Hier im Valle d’Elqui ist es an mehr als 320 Tagen im Jahr wolkenlos und der Himmel ist besonders klar. Somit gibt es hier sehr viele Observatorien auf den Hügel. Auf dem Hügel war der Anblick der Sterne schon so gewaltig. Dann gab es einen Vortrag über die Sternbilder und den Kosmos im allgemeinen,. bevor es dann an die Teleskope ging. An einem kleinen Teleskop konnte man zuerst einzelne Stern-Nebel beobachten. Wahnsinn, was man da sieht. Mit bloßen Auge ist an der Stelle nichts zu sehen, durch das Teleskop sind dann da 1000de von Sternen. Der Höhepunkt war dann der Blick durch das große Teleskop. Man konnte Jupiter ganz klar mit seinen Ringen und seinen Monden sehen. Es war wie auf einem Foto. Zum Abschluss haben wir dann noch den Mond mit seinen Kratern beobachtet. Ich weiß, dass nach dieser Nacht jeder Sternenhimmel zu Hause enttäuschend sein wird.
Nach einer guten Nacht, sitze ich nun im Internet-Cafe und schreibe diese Zeilen. In 30 Minuten geht der 8 Stunden Bus nach Santiago. Dort treffe ich mich heute Abend ein letztes Mal zum Weggehen mit meinem brasilianischen Kumpel. Morgen Mittag geht es dann zur Pato.