Abschied von Chile & über die Anden nach Salta in Argentinien

Gestern gab es noch ein schönes letztes Abendessen  mit einem Pisco Sour, einem schönen Stück Rindfleisch und einem guten chilenischen Wein.
Heute Morgen ging es dann zum Parkplatz, an dem der Bus abfährt. Es waren schon eine ganze Menge Leute da. Mir etwa 20 Minuten Verspätung kam dann der Bus. Das Ticket war schon lange gebucht und der Aufpreis von den normalen Semi-Cama-Plätzen zu Cama-Plätzen hatte nur 2 € betragen. Somit war klar, dass wir Cama fahren. Es ist wirklich toll, wie viel Platz man in den Sitzen hat und wie bequem sie sind. Zuerst ging es dann zur chilenischen Ausreisekontrolle, die direkt in San Pedro liegt. Das ist ein bisschen seltsam, weil die Kontrollstation 160 km vor der Grenze liegt. Gut zwischen San Pedro und der wirklichen Grenze gibt es außer Sand, Steinen und Altiplano ja nichts. Wie gesagt an der Grenze nach 5 Minuten nach dem Einsteigen auf dem Parkplatz, hieß es wieder aussteigen, in einer Schlange anstellen und sich den Ausreisestempel holen. Als dann alle im Bus den Stempel hatten, ging es dann endlich wirklich los. Die Straße führte schnur gerade durch die Wüste hinauf Richtung Vulkan Llicancabur. Der Bus quälte sich ganz schön und fuhr zeitweise nur Schritttempo. Der höchste Punkt ist nicht der Paso de Jama, sondern schon viel früher in der Nähe des Vulkans auf 4500m Höhe. Eigentlich hätte ich super schlafen können, aber die Landschaft war so toll, dass ich versucht habe mich wach zu halten. Während der Fahrt viel mir auf, dass auf allen hellen Fotos ein kleiner schwarzer Fleck in der Mitte zu sehen war. Es stellte sich heraus, dass es ein Kratzer im Objektiv war. Keine Ahnung, wie er reingekommen ist. So ein Mist. Nicht nur, dass ich hier in Südamerika jedes Mal eine Kamera zerstöre, jetzt darf ich dann zu Hause ab jetzt in allen Bildern den Kratzer rausretuschieren. Puhh. Die Linse kann man in Deutschland sicher tauschen lassen. Morgen in Salta schaue ich mal in einen Fotoladen, vielleicht haben die ja einen Trick auf Lager.
Nach einem Frühstück und einer etwa 2-3 stündigen Fahrt erreichten wir dann die Grenze und die argentinische Einreisekontrolle. Auch hier wieder der übliche Ablauf. Erstmal warten bis unser Bus an der Reihe war, aussteigen und in einer Schlange anstellen, dann in einer Schlange an der Einreisekontrolle anstellen und sich den Stempel holen. Dann wieder in den Bus und auf die nach dem Zufallsprinzip durchgeführte Gepäckkontrolle warten. Alles in allem dauert der Spaß dann fast 2 Stunden. Danach ging es auf der argentinischen Seite langsam nach unten. Die Landschaft war absolut fantastisch. Wir durchquerten einen Salar, die Salinas Grandes, und schraubten und über einen kleinen Pass nach dem anderen. Die Landschaft wurde grüner. Dann ging es in Serpentinen steil nach unten in eine lange Felsschlucht bis der Bus dann das Örtchen Purmamarca erreichte. Das Highlight ist hier der Cerro de los 7 colores (Berg der 7 Farben). Und der Berg leuchtete tatsächlich in allen Rottönen. Anschließen ging es weiter nach unten und die Landschaft wurde nochmals grüner. Dummerweise war es aber auch mit dem schönen Wetter vorbei. Sonnenverwöhnt, wie wir aus Chile waren, erinnert das Wetter jetzt an den deutschen November, nur dass es unglaublich schwül ist. Es dämmert nun schon und bald sind wir dann in Salta.

Was für eine Busfahrt!! Die Straße gehört definitiv zu den schönsten Straßen, die ich jemals gefahren bin. Die Strecke letztes Jahr von Santiago nach Mendoza war schon toll, aber das hier ist noch mal ein ganzes Stück besser.

Nun sind wir in Salta angekommen. Mit 2 Stunden Verspätung. Es ist super schwül und regnet leicht. Vom Klima her schon der Schock, wenn man aus der Atacama-Wüste kommt. Die Stadt ist aber total nett. Rundherum ist es unglaublich südamerikanisch. Ein herrliches Durcheinander. Die Innenstadt wirkt aber eher spanisch mit einem Hauch Italien. Man fährt Fiat und Piaggio, Zebrastreifen und Ampeln sind Dekoration und beleuchtete Autos nachts ein Luxus.