Ankunft in Buenos Aires

Pünktlich um 18:40 ging es los nach Buenos Aires. Alles lief absolut problemlos. In dem Bus von Urquiza hatte es ein wenig weniger Platz als im Andesmar. Dafür war es bequemer und es gab auch wieder Kopfkissen und Decken. Zu Essen und zu Trinken, gab es dagegen nichts, Nach 4 Stunden wurden wir aus dem Schlaf gerissen. 15 Minuten Aufenthalt in Cordoba. Also schnell ein Sandwich kaufen. Dann ging es auch schon weiter. Bei Sonnenaufgang gab es draußen immer nur noch Pampa. Um 8 Uhr begann dann die Stadt Buenos Aires und damit auch der Berufsverkehr und Stau. Somit kamen wir mit einer guten Stunde Verspätung am Busbahnhof Retiro an. Dort wollten wir uns ein Taxi nehmen. Der Mann, der seine Dienstleitung für das Taxi-Heranwinken und Türe-Aufhalten anbot stellte sich aber als unfähig heraus. Dem nächsten Taxifahrer gefiel dann unser Fahrziel nicht. Zu viel Verkehr. Also selbst ein Taxi organisiert und schon ging es los Richtung Hostal. Viel Verkehr war schon. Ehrlich gesagt, sehr viel. Somit kamen wir nur zäh voran, aber besser als Laufen. Mit der argentinischen Fahrweise hatten wir ja schon Bekanntschaft gemacht. Das hier ist aber noch ein Stück krasser. Ich weiß nicht, wie viele Beinahe-Unfälle wir während der Taxifahrt durchleiden mussten. Das lag aber nicht an unserem Taxifahrer. Alle fahren hier so. Nicht für viel Geld möchte ich hier Autofahren. Da ist ein normaler Deutscher nach ein paar Minuten reif für die Klinik.
Auf jedem Fall dank des Taxifahrers sind wir dann an unserem Hostal angekommen. Wirklich sehr nett hier. Ruhig und auch recht zentral gelegen.

Nach kurzem Ausruhen wollten wir natürlich gleich mal was von der Stadt sehen und haben uns eine erste Route zusammengestellt, vorbei an den ersten wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Plaza de Congreso, Avendia de Mayo , Avenida 9 de Julio, Obelisk, San Telmo.

So ganz beeindruckt uns Buenos Aires noch nicht. Wir haben auf das große Finale, die unglaubliche Stadt, von der alle erzählen, gehofft. Bis jetzt haben wir sie aber noch nicht gefunden. Im Großen und Ganzen ist es so, wenn man ein Stück französische Architektur und ein Stück Madrid in einen Topf wirft und umrührt. Eine Prise Lateinamerika dazu und fertig Womit ich bis jetzt auch sagen möchte, Santiago ist geordneter und kompakter, Salta ist von den Gebäuden schöner, Valparaiso ist bunter… .

Wir haben hier noch viel vor und das Urteil ist bis jetzt mit Sicherheit vorschnell. Sicher ist aber, dass es die Stadt nach so vielen Highlights in den letzten knapp 3 Wochen nicht ganz leicht mit uns hat.

Da wir nun auch aus dieser Stadt einmal rauskommen wollten und nicht nur Stadtbesichtigung pressen wollten, haben wir uns entschieden einen Tag ans andere Ufer des Rio de la Plata nach Colonia de Sacramento in Uruguay zu fahren. De Tipp, dass es da schön sein soll, hatte ich ja schon gekommen.
Also hieß es für mich nach dem Besichtigungsprogramm vom ersten Tag noch mal rein in die Subte (hier die U-Bahn) und zum Hafen zum Fährterminal die Tickets kaufen. Zuerst mal das Fährterminal finden, dann 2 Mal falsch und einmal richtig anstellen und schon war ich im Besitzt für Hin- und Rückfahrt nach Uruguay. Danach nur wieder rein in die ca. 50° heiße, volle und mit 100% Luftfeuchtigkeit ausgestattete Subte. Wieder im Hostal war dann auch ich am Ende. Aber wenigstens mit etwas in der Tasche.

Tags drauf hieß es erstmal frühstücken. Ist auch mal was schönes, wenn man dazu mal wieder richtig Gelegenheit hat. Das Frühstück im Hostal ist zwar einfach, aber trotzdem völlig ausreichend. Danach haben wir uns viel vorgenommen. Bei der Stadt war noch zu viel offen.

Zuerst sollte es nach La Boca gehen. Der Weg war wieder endlos lange. Den Stadtplan unterschätzt man total. Aber auch wir kamen dann doch irgendwann an. Zum Glück haben wir den Eingang in das Stadion der Boca Juniors gefunden und konnten uns so das Fußballstadion eines der wohl bekanntesten Teams von Südamerika von innen anschauen. Ist schon ein Hexenkessel, wenn man sich das voller Leute vorstellt. Danach ging es weiter in die typischen Straßen von La Boca. Die Häuser sind dort in ein paar Straßenzügen bunt angemalt. Sieht super nett aus. Dadurch ist es leider unglaublich touristisch geprägt. Und das heißt es ist dort extrem nervig, weil einem dauernd Dienstleitungen aufgedrängt werden, die man eigentlich gar nicht will. „wollen Sie hier essen?“, „Wie wär es mit einem Foto mit Diego Maradona?“, „Ein Foto mit einem Tangotänzer?“. So schön wie es in den Straßen war, nach einer halben Stunden und ein paar Fotos mussten wir genervt den Rückzug antreten. Da der Weg nach La Boca recht weit war, sind wir erstmal zurück ins Hostal um eine Ruhepause einzulegen.
Nach ein, zwei Stunden stand dann der Stadtteil Recoleta auf dem Programm. Er war ganz anders als La Boca. Es gab hier sehr viele Gebäude im französischen Stil in denen sich viele Botschaften eingemietet hatten. Unser Spaziergang durch Recoleta endete bei der Kirche Nuestra Senora del Pilar und dem angeschlossenen, berühmten Friedhof von Recoleta. Der Friedhof mit seinen Mausoleen ist wirklich ein Highlight. Alles war Rang und Namen in Argentinien hatte liegt hier begraben. Eine Hauptattraktion ist nach wie vor das Grab von Evita.
Danach reichte es uns nach gefühlten 10km Fußmarsch durch Buenos Aires, so dass wir mit der Subte zurück zum Hostal führen.
Am Abend waren wir dann noch lecker essen im Barrio San Temlo. Das Fleisch war exzellent.

Nun ist es schon wieder spät und morgen klingelt der Wecker das letzte Mal im Urlaub unbarmherzig früh um 6 Uhr. Um 7 Uhr müssen wir am Fährterminal sein und um 8:40 Uhr geht unsere Fähre über den Rio de la Plata nach Colonia in Uruguay. Die Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe. Somit sind wir auf den Tagesausflug gespannt. Am Abend sind wir dann schon wieder zurück in Buenos Aires und haben dann nur noch 2 Nächte und 1,5 Tage in Lateinamerika.