Letzter Eintrag & Buenos Aires und ich werden keine Freunde

Nun ging es in der heißen und vollen Subte zur Haltestelle Palermo. Dieses Stadtviertel soll sich durch viele schöne Gebäude und Parks auszeichnen. Die Parks waren schnell gefunden. Die schönen Gebäude aber nicht. Es waren Wohnviertel. Mir kam es so vor als ob ich in Málaga durch Huelin laufen würde, Schön kann man wirklich nicht sagen. Somit ging es erstmal in einen Park. Da mich das Stadtviertel aber dann doch nicht zu überzeugen wusste und ich von der letzte Nacht doch noch ein wenig mitgenommen war, habe ich mich entschlossen hier abzubrechen und erst noch mal ruhig ins Hostal zurückzufahren. Mein Kumpel wollte noch bleiben und sich noch das eine und andere anschauen. Die Rückkehr ins Hostal war dann aber so einfach auch nicht, weil zwischenzeitlich die Metrolinie eingestellt wurde. Zum Laufen viel zu weit. Wären mehr als 3 Stunden gewesen. Den Stadtplan hatte ich nicht. Also mit dem Bus fahren. Nur mit welchem? Alte Taktik. Einfach in einen Bus steigen, der einen so grob in die richtige Himmelrichtung bring. Wenn der Bus dann abbiegt und droht da hinzufahren, wo man nicht hin will, dann aussteigen. Hat super geklappt und so kam in unweit bei einer Subte-Station einer anderen Linie an. Insgesamt hat der Spaß aber doch fast 2 Stunden gedauert. Gaz schön lange, dafür, dass man eigentlich nichts gesehen hat.
Mein Kumpel hat scheinbar dann doch noch das richtige Viertel Palermo gefunden.
Ich machte mich dann nach einer Ruhepause auf die kleine Einkaufsrunde. Musste ein Buch und eine DVD für die Freisinger Chilenen mitbringen. Bei der Gelegenheit konnte man auch noch mal durch das Microcentro von Buenos Aires laufen.

Heute Abend geht es dann auf jeden Fall noch mal zum Abschluss eine Parrillada essen. Morgen dann nur noch Frühstücken, packen und dann mit dem Taxi zum Flughafen.

Was kann ich nun über Buenos Aires sagen? Mein erster Eintrag kam nicht gerade positiv rüber. Oft ist es ja so, dass man sich in eine Stadt erst einleben muss, dass einen eine Stadt nicht sofort fasziniert. Bei Buenos Aires hat sich das bis jetzt noch nicht eingestellt. Ich bin von der Stadt immer noch enttäuscht und sie gefällt mir immer noch nicht. Es liegt einfach daran, dass die Stadt kein wirkliches Zentrum besitzt. Alles ist irgendwie verstreut. Ja, die Stadt hat schöne Häuser im europäisch-kolonialen Stil. Aber es sind eben nur einzelne Häuser. Somit steht ein altes recht schönes Haus neben einem hässlichen und dreckigen Betonklotz. Es ergibt sich somit kein schönes geschlossenes Bild. Die einzelnen Highlights sind für eine Stadt von diesem Ausmaß eher dürftig.

Die Stadt mag wohl sehr von Kunst und Theater leben, aber auf der Straße bekommt man davon wenig mit. Dort ist man eher mit dem fortwährenden Überlebenskampf mit dem Straßenverkehr  beschäftigt.
Ich weiß es nicht, ob wir einfach nur an der falschen Zeit an der falschen Stelle waren, eventuell waren unsere Erwartungen einfach auch zu hoch. Buenos Aires wird von den Argentiniern und auch sonst in den Himmel gelobt. Somit kommt man mit sehr hohen Erwartungen hier an.

Die Sache ist, dass der Reiz an Lateinamerika auf keinen Fall in den Großstädten zu suchen ist. Nachdem ich nun die angeblich schönste Großstadt Lateinamerikas kennengelernt habe, weiß ich auch auf jeden Fall, dass ich in Zukunft für solche Städte sehr wenig Zeit brauchen werde.

Irgendwie freue ich mich jetzt auch wieder auf Landshut. Wenn ich nur das Wetter mitnehmen könnte…

Die 3 Wochen waren dennoch auf jeden Fall ein Wahnsinn. So viel, wie wir gesehen haben. Die Eindrücke werden lange vorhalten. Viele Fotos gibt es ja ohnehin.

Nun die abschließende Frage: Konnte Argentinien Chile in meinem Herzen überholen? Don’t Cry for Me Argentina, aber an Chile reichst du lange nicht ran.
Argentinien ist ein wunderschönes Land zum Urlaub machen. Es hat tolle Landschaften und nette Menschen. 3 Monate hätte ich hier aber nicht bleiben wollen. Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass mich Argentinien wieder sieht. Es fehlen ja noch Iguazu und ein ganzer Haufen Patagonien. Das mich mein Chile wieder sieht, zweifelt ja wohl niemand an. Ich schon am wenigsten. An Chile hängt bei mir einfach viel zu viel. Viel mehr als Landschaft und Urlaub.