Praktikumsbeginn

Eigentlich hätte mein Praktikum ja schon gestern beginnen sollen, aber weil die wegen des Erdbebens noch die Firma aufräumen mussten, hatte ich gestern noch einen zusätzlichen Tag frei. Da hab ich mir gestern noch einen schönen Tag gemacht und bin endlich auf den Mercado Central gefahren, von dem alle so geschwärmt haben, dass er so südamerikanisch sein soll. Also ich war enttäuscht. Da ist der Markt in Málaga exotischer. Dafür wird man in dem Markt recht aufdringlich angequatscht , ob man nicht was essen möchte. Da bin ich dann schnell weg. Beim Laufen durch das Zentrum haben ich aufmerksam nach Erdbebenschäden gesucht. Alles was ich entdecken könnte, war ein Haufen aus etwa 15 Dachziegeln und eine zerbrochene Fensterschreibe.
Danach wollte ich noch auf den Cerro Santa Lucia, der sehr schön sein soll. Aber der Park war geschlossen, weil die Gebäude auf Schäden geprüft werden. Am Abend gab es dann noch ein Gratis-Grillen in der Sprachschule. Warum auch nicht zur Abwechslung mal wieder was vom Grill. 🙂

Heute morgen musste ich dann um 9:30 Uhr in der Arbeit sein. Ist auch eine recht überschaubare Firma mit gut 20 Leuten. Die Leuten sind ganz nett und eben auch so zwischen 20 und knapp 40 Jahre alt, also ein recht junges Team. So recht weiß ich noch ned, wo ich hingehöre, aber mein Ansprechpartner hat gesagt, dass ich jetzt erstmal rein finden soll. Das ergibt sich dann schon alles. Ich glaube, dass es ganz nett werden könnte.

Folgende Dinge sind mir am ersten Tag schon mal aufgefallen:

  • Scheinbar haben alle IT-Firmen und deren Mitarbeiter Sinn für Humor und einen Hang zum Blödsinn
  • Der Geräuschpegel ist schon etwas höher als bei uns in der Firma in Deutschland. Wobei das Büro unserer EDV-Abteilung in Freising schon einen südamerikanischen Einschlag hat. 🙂 Liegt das an mir ???
  • Auch die Frage, wie man wohl arbeitet, wenn zweimal am Tag der Strom kurz ausfällt, ist geklärt. Die Lösung ist, dass alle an Notebooks arbeiten. Hab mein eigenes MacBook gekommen. Juuhuu. Die haben nicht damit gerechnet, dass ich mich damit auskenne. 🙂
  • Was ich bis heute gesehen habe, kochen auch die nur mit Wasser und der IT-Chaos-Glücksfaktor spielt auch da mit.
  • Sprachlich war es das erste Mal während meines Aufenthaltes hier in Chile wirklich hart. Bis jetzt lief das mit dem Spanisch immer absolut problemlos. Aber da gibt es Leute mit einem Akzent und einer Redegeschwindigkeit, dass es einem die Zehennägel aufdreht. Zum einen versteht man  nichts und aber dann muss man sich im nächsten Satz anhören, wie gut man doch Spanische spreche würde. Die werden sich an Nachfragen meinerseits leider die 6 Wochen gewöhnen müssen. 🙂 Aber die sprachliche Zielanforderung ist gesetzt. Puhhh
  • Hinweis: Fahre zur Stoßzeit nicht mir der Metro!! Das ist der Alptraum. Es war beim Heimfahren jetzt so voll, dass ich die ersten 2 Züge vorbeigefahren lassen musste. Beim 3. war ich dann an der Reihe hingedrückt zu werden. Man bekommt keine Luft, es wird nur geschoben und aussteigen ist fast nicht möglich, wenn man mal drinnen ist. Zumindest muss man sich nicht festhalten. Japan-Feeling. Google-Maps gibt den Fußweg mit 21 Minuten an. Morgen geh ich zu Fuß. Da bin ich auch ned langsamer. Oder doch mal den Bus riskieren 😉

Durch meine jetzige Beschäftigung werden wahrscheinlich auch meine Blog-Einträge etwas seltener, weil es einfach nicht mehr soviel zu erzählen geben wird. An den Wochenenden wird aber sicher wieder was unternommen und gibt es auch wieder Neuigkeiten.

Hier kommen nun noch ein paar Fotos vom Mercado Central und der Kirche Santo Domingo