Archive for the ‘Santiago de Chile’ Category

Chile 3.Welt?

Mittwoch, März 24th, 2010

Oft vor meiner Abreise habe ich den Satz gehört: „Uhh, Chile, so lange willst du in die 3. Welt gehen“. Auch im Internet wird Chile oft noch der 3. Welt zugeordnet, weil etwa die Hälfte der Einwohner Chiles in der Hauptstadt wohne und alles ausser der Hauptstadt von der Entwicklung etwas hinterherhinkt. Ebenso weil nicht so sehr viel produzierende Industrie gibt. Sogesehen müsste man dann aber auch Irland in die 3.Welt stecken.

Ein bisschen konntet ihr ja schon an meinen bisherigen Fotos sehen, dass vor allem Santiago gar so rückständig ist, wie man es sich als Europäer vorstellen mag. Jetzt mit den ganzen Bildern nach den Erdbeben schon gleich noch viel weniger.

Um euch mal zu zeigen, wie es in den Geschäftsvierteln Santiagos rund um meine Arbeit hier aussieht, kommen nun mal ein paar Bilder. Was bei den Bildern auffällt ist der extreme Kontrast zwischen teils alten Häusern und den ganz modernen Büro-Hochhäusern. Das erste Bild ist von dem Haus in dem ich mein Praktikum mache. Die letzten Bilder zeigen das Flußufer vom Mapacho, wo ich mich häufiger mit Andenblick Mittags einfach mir ein paar Empanadas in die Sonne lege.

Hauptsache nicht gekauft

Dienstag, März 23rd, 2010

So, nun kommen wir hier mal auf den Punkt, der wahrscheinlich die Leute bei mir in der Arbeit brennend interessieren wird. Ich hab ja vorher schon angenommen, dass es hier weniger wichtig ist, ob man eine CD oder eine Software im Original besitzt. Aber was ich hier Tag täglich erlebe übertrifft die Erwartungen dann doch.

Von dem einen CD-Verkäufer im Bus habe ich ja schon erzählt. Der hat die aktuellen Top 50 als Raubkopie dabei gehabt. Wirklich schön gemacht, mit Cover und allem. Wie man es ja auch von den Schwarzmärkten aus dem Osten kennt. Überrascht war ich von dem Service die Raubkopien im Bus gleich auf dem zur Verfügung gestellten Discman Probe zuhören. So kann man jedenfalls schon mal vermeiden, dass man sich hier für 50 Cent eine schlechte Raubkopie kauft.

Nach Ereignissen wie diesem habe ich mich gefragt, wie man das hier im täglichen Leben handhaben würde. Erst mal die positive Nachricht. Es wird hier auch Linux und Opensource-Software verwendet.
Sonst wird hier munter kopiert, gecracked und das auch noch mit Stolz und nicht aus der Notwenigkeit heraus. Nicht wie bei uns zu Hause, wenn es was schlimmes ist, wenn man Software illegal einsetzt und immer das schlechte Gewissen bleibt.

Hier gilt es als achtenswerter Erfolg, wenn man wieder etwas mit einem Crack zum Laufen gebracht hat. Also ich finde es schon ein wenig extrem. Auch wahre Gigabyte-Berge an Musik wurden mir schon angeboten. Bis jetzt habe ich mich noch nicht anstecken lassen. Was will ich mit soviel Musik. Ich höre die ja doch nie an.  Irgendwie glaube ich, komme ich von einem anderen Stern. Also diese Einstellung ist etwas, das man in diesem Umfang nicht mit nach Deutschland mitnehmen muss.

Anders sieht es bei Youtube aus.  Da gehen ebenso Sachen nicht, genau wie in Deutschland. Hier haben scheinbar die US-Musiklabels ebenso den Daumen drauf.
Ebenso lohnt sich hier ein Server kaum. Es geht nicht mehr als in Deutschland und die Preise für WebHosting sind extrem hoch. Ein V-Server ist im Monat nicht unter 50-70€ zu bekommen. Als ich denen in der Firma von den Preisen in Deutschland erzählt habe, sind sie aus allen Wolken gefallen. Die holen sich jetzt wahrscheinlich einen V-Server in Deutschland. 🙂

Am Wochenende ein bisschen in Santiago

Montag, März 22nd, 2010

Am Freitag Abend war erstmal ein kurzfristig zustande gekommenen Grillfest angesagt. War wirklich ganz nett. Am Samstag hieß es dann erstmal ausschlafen. Anschließend habe ich mir noch den Markt auf den anderen Flussseite von Mercado Central angeschaut. Auch wenn alle Reiseführer den Mercado Central hochloben, für mich ist er nichts anderes als eine Touristenattraktion. Kaum Mensch kauft da noch ein, vom Fischmarkt abgesehen. Dafür gibt es dort einen Haufen Restaurants in denen man auch gar nicht schlecht essen soll. Nur quatschen einen da jeden Meter irgendwelche Ober an, ob man nicht in ihrem Restaurant essen wolle. Und das um 10:30 Uhr vormittags. Auf der anderen Fluss-Seite sieht es dann schon anders aus. Dort wird Obst und sonstigen in gedrängtem Gewimmel verkauft. Es ist laut, die Stände sind provisorisch aufgebaut, es riecht nach Gewürzen und es wird auf einfache Art Essen zum mitnehmen zubereitet. Es ist nicht unbedingt sehr sauber und vieles auch nicht appetitlich, aber so stell ich mir einen südamerikanischen Markt vor.

Anschließen ging es dann noch mal auf den Cerro San Christobal. Leider war es ziemlich diesig, so dass es aus dem Blick auf die Cordillera wieder nichts wurde.

Zu Hause angekommen, hieß es erstmal ausruhen. Hunger hatte ich auch. Kein Problem, der Kühlschrank ist ja voll. Dummerweise war die Familie übers Wochenende weg und sie haben aus Versehen die Speisekammer zugesperrt, wo auch die Töpfe sind. Das Gas für den Grill im Hinterhof ist auch noch leer. Mist. Mit dem Fleisch wird es also nichts. Da ich was warmes wollte, musste dann eben ein Huhn vom Supermarkt dran glauben.  Auch gut.

Die Chilenen und das Essen

Sonntag, März 21st, 2010

Man hat es ja vielleicht schon vorher in meinen Artikeln durchgehört, dass das chilenische Essen zwar durchaus seine Vorteile und Highlights hat, auf der anderen Seite aber auch ziemlich eintönig ist.
Bei den Hauptgerichten sieht es meistens so aus, dass es ein Stück Fleisch oder Huhn gibt und dazu kann man dann zwischen Reis oder einer Art Kartoffelbrei wählen. Das Fleisch kommt meist vom Grill oder vom heißen Blech (plancha). Dies ist zwar alles lecker, aber leider bekommt man auf diese Art der Zubereitung keinen einzigen Tropfen Soße. Wenn man dann noch Reis als Beilage hat, dann bleibt einem das Essen buchstäblich im Hals stecken.

Also bei der Arbeit um die Ecke ist da so eine Art Mensa, und

Als Highlights sind auf jeden Fall folgende Dinge zu nennen:

  • Empanadas = gefüllte Teigtaschen. Gibt es mit Fleisch / Zwiebeln / Aji oder auch mit Käse / Champignon und mit vielen anderen mehr. Man kann sie eigentlich überall kaufen. Auf Wunsch werden sie einem dann auch noch gleich aufgebacken.
  • Das chilenische Süß-Gebäck. Ist wirklich schön süß und unglaublich lecker.
  • Manjar oder dulce de leche = Wenn man Kondensmilch mit wahnsinnig viel Zucker aufkocht, dann kommt glaub ich so was in der Art raus. Eine Art Karamellcreme. Die ersten Tage konnte ich es nicht essen, weil es mir zu süß war. Jetzt hab ich fürs Frühstück mein eigenes Manjar zu Hause. Ein Traum. Ich hab keine Ahnung, wie ich in Deutschland ohne Manjar leben soll.
  • Eis gibt es in vielen tollen Sorten. Etwa „dulce de leche“ oder „suspiro limeño“ (ist eigentlich peruanisch). Suspiro limeño ist ein Eis, das mehr Ähnlichkeit mit einer Eistorte hat.
  • Pebre = ist eine würzige Soße z.B. zum Grillen. Besteht aus Tomaten, Zwiebeln, Aji (die chilenische Chilisorte) und Koriander
  • Ensaladia chilena = Der chilenische Salat. Tomaten, Zwiebeln, Aji und Koriander. Entweder grober geschnitten als Salat oder feiner mehr als Brotaufstrich
  • Pastel de choclo = Ist so eine Art Auflauf aus Mais und Hackfleisch. Das Ganze bekommt dann oben drüber eine karamellisierte Zuckerschicht.
  • Cazuelas = Eintöpfe mit allerlei Inhalt. Ist immer eine gute Wahl

Man könnte die Liste jetzt noch endlos weiterführen.

Leider muss ich aber auch die Schattenseiten ansprechen. Vor allem ist das das gestörte Verhältnis der Chilenen zum Essen. Fastfood, wie Completos (Hot-Dogs) sind in und grässlich. Es wird viel Mayonnaise benutzt, viel Fleisch und wenig Gemüse gegessen. Alles in allem also eine ziemlich eintönige und ungesunde Ernährung. Das Brot ist zu 90% Weißbrot und besitzt kaum Geschmack (dafür werden Semmeln auch nach 3 Tagen nicht hart, wenn man sie liegen läst; keine Ahnung, mit was die die behandeln).
Auf der anderen Seite sind die hier aber auf dem totalen Light-Tripp. Das ist echt extrem im Vergleich zu Deutschland. Im Supermarkt ist es absolut unmöglich einen Yoghurt zu kaufen, der nicht light ist. Auch bei den Säften ist es so. Mit dem Ergebnis, dass sowohl die Yoghurts als auch die Säfte kaum Geschmack haben, wenn dann eine dünnen, künstlichen oder süßen.

Unglaublich, aber ab und an habe ich wirklich dringendes Verlangen nach was grünem. In Deutschland kam das eigentlich nie so intensiv auf.

Zusammenfassend kann man aber sage, dass man hier alles andere als verhungern muss. Zugenommen hab ich glaub ich aber auch nicht, wobei das bei mir ohnehin ein anderen Kapitel ist.
Wirklich toll ist, dass man hier z.B. Mittags ein Menü, also Suppe oder Salat zur Vorspeise, ein Hauptgericht mit Fleisch, einen Nachtisch und ein Getränk fast überall zwischen 2000 und 3500 $ bekommt, also zwischen 2,60€ etwa 4,30€. Das ist echt perfekt. Auch die Getränke abends sind total günstig. Ein Pisco Sour ca. 1500 $ (knapp 2 €), ein Mojito 2000-2500 $ (also ab 2,60€). Und dann gibt es oft noch Angebote etwa zwei Cocktails für 3000$. Ein Schop Bier kostet auch so immer um die 1200-1500$.
Bei der Arbeit in der Mittagspause geh ich somit meist was in so einer Bar essen. Die meisten im Büro gehen zwar in so eine Art Mensa, wo es immer ca. 2000$ kostet, aber das Essen dort ist wirklich kaum genießbar. Fett, keine Soße. Somit ist das für mich keine Alternative.

Die kleinen Unterschiede

Freitag, März 19th, 2010

Nach nun einiger Zeit, sind mir so einige Dinge aufgefallen, die hier ein bisschen anders laufen bzw. die man nun nicht unbedingt nach Südamerika packen würde. Ihr seht hier eine wahllose Liste ohne Wertung.
Sind auch viele Punkte, die einen eigenen Artikel nicht rechtfertigen

  • Die großen Konsumtempel sind blitzblank, riesig und könnten so auch mit Sicherheit direkt in den USA stehen
  • Der öffentliche Nahverkehr hat seine Tücken (hab ich ja schon mal erwähnt)
  • Alle Duschen, die ich bis jetzt testen durfte, könnte entweder heiß oder kalt. Einen angenehmen Mittelwert vermöchten die Mischbatterien nur für Sekunden zu halten. Mich haben hier erst andere Leute auf dieses Phänomen aufmerksam gemacht. Bei der Pato im Neubau ist die Dusche zwar schon sehr luxuriöse zu einer langen Dusche lädt das Wechselspiel der Temperaturen aber auch da nicht ein.
  • Im Supermarkt kauft man nicht nur Gemüse und Obst nach Gewicht, sondern auch Semmeln und Brot. Wichtig ist es, dass alles in eine eigene Plastiktüte verpackt wird. 🙂
  • Wenn  an der Supermarktkasse dann ein krummer Betrag herauskommt, dann fragt einen oft die Kassiererin, ob man den Betrag auf die nächst höhere, runde Summe an eine christliche Hilfsorganisation spenden möchte.
  • Man bekommt für wirklich alles einen Kassenzettel. Wenn man ihn liegen lässt, wird das nicht gerne gesehen. Warum könnte ich noch nicht ergründen. Besser dann draußen in den nächsten Mülleimer werfen.
  • Es wird auf der Straße viel telefoniert. Was mich wundert, weil es mit dem ganzen Vorwahl- und Nummern-Wirrwarr wirklich nicht einfach ist. Mag auch an meinem Anbieter Claro liegen, der wie ich finde nicht der Beste ist.
  • Sachen, wie Ketchup, Marmelade oder Senf, gibt es nur im Beutel.
  • Zur Begrüßung geben sich Männer und Frauen  jeweils ein Besito auf die rechte Backe. Nur eines, nicht wie in Spanien zwei. Unter Männern nur der Handschlag. Von diesem Verfahren wird auch in der Firma morgen gebraucht gemacht, womit die erste halbe Stunde schon Mal mit ständigen Besitos vergeht.
  • Obwohl es hier am Tag immer richtig warm ist (heute etwa 30 Grad), kühlt es in der Nacht immer ganz schön runter, so dass man ohne Pullover unmöglich auskommt.
  • Paracetamol oder ähnliche Alltagsmedikamente werden hier in der Apotheke direkt im Bilster aus einer Kruschkiste verkauft. Ich wurde gefragt, ob ich die leichten oder die starken Paracetamol haben will. Die „leichten!!“ hatten 500mg. Puhh. Kosten für 10 Stück etwa 20 Cent. Ohne Rezept, ohne Schachtel ohne Beipackzettel. Die haben zwar auch Medikamente im der Schachtel, aber ich glaube die sind nur Zierde. 🙂
  • Es gibt hier keine Mücken. Man kann das Fenster bei eingeschaltetem Licht offen haben und es passiert nichts.
  • Es gibt Fastfood an jeder Ecke. Die Krönung des chilenischen Fast-Foods nennt sich Completo. Ist ein Würstchen ohne Geschmack in einem Brot ohne Geschmack. Also eine Art Hot-Dog. Drauf kippen die dann Mayonnaise, Avocado, Sauerkraut, Ketchup, Senf und weiß ich was. Ich hab es noch nicht probiert und werde es auch sein lassen.
  • Es gibt hier in Santiago nicht einen einzigen Touristen-Shop. Unglaublich. Wollte mir eine chilenische Fahne organisieren, hatte aber bis jetzt keine Gelegenheit
  • Geldabheben am Automaten wird zum Ratespiel. Man steckt die Karte rein und wird von 12 (ich hab es gezählt) Menüpunkten erschlagen, die für mich alle das gleiche bedeuten. Man kann da scheinbar echt viel machen. Aber Geld bekommt man mit einer ausländischen Karte, wenn man die Option „extranjero“ wählt. Alle anderen 11 Menüpunkte führen zum Abbruch. Ich hab das erste mal kapituliert, einen der 11 Abbrechen-Buttons gedrückt 🙂 und mich dann statt durch das spanische durch das englische Menü gequält. (Schande über mich)
  • Ohne R.U.T. Nummer, sprich einer chilenischen Personalausweis-Nummer wird hier vieles schwierig. Man wird hier ziemlich oft bei Reservierungen bzw. auch beim Kauf der Prepaid-Handykarte  danach gefragt.
  • Genauso ist es wenn man kein chilenisches Bankkonto und keine chilenische Kreditkarte hat. Die Metrokarte kann man online nur mit einem chilenischen Bankkonto aufladen. Flüge bei Skyairlines kann man nur mit einer nationalen Kreditkarte kaufen. Ich denke wir müssen hier in meiner Firma in Freising die Texte für die Kreditkarten anpassen. „Mastercard, das weltweites akzeptierte Zahlungsmittel, außer in Chile“. Somit musste ich halt wieder durch die halbe Stadt sausen um in einen Skyairline-Shop zu kommen und dann da Cash zu zahlen.
  • Warum bilden sich vor den Banken morgens bereits um 8:10 Uhr Schlangen (es stehen immer mindestens 5 Leute an), wenn man weiß, dass die Bank erst um 8:30 Uhr aufmacht? Der Geldautomat wird hier nicht benutzt.
  • Das Erdgeschoss ist hier der 1. Stock. Sprich, wenn man unten im Eingang ist den Lift steigt, dann steht die Anzeige auf 1. Der Keller ist -1. Das ist hier in ganz Chile so. Also sprich 0, oder Erdgeschoss (oder wie in Spanien planta baja) heißt hier 1. Stock (piso 1). Das verwirrte anfangs schon. Somit arbeite ich nicht im 13. Stock, sondern nach deutschem Verständnis im 12..
  • In der Metro gibt es Züge mit grünem und rotem Licht. Die mit grünem Licht, sind ganz normale Züge. Bei denen mit rotem Licht handelt es sich um Expresszüge, die in den meisten Stationen durchfahren. Wenn man in eine Zwischenstation will, dann kann man also erst einen Rot-Licht-Zug (nicht Missverstehen 🙂 ) nehmen und dann die letzte Station mit einem Grün-Licht-Zug fahren. Wenn man es weiß, ist es ein super System, weil man dann wirklich schnell voran kommt. Die Lämpchen sind nur recht unscheinbar, dass man dieses System erst dann bemerkt, wenn man in einem Express-Zug durch eine Station durchgefahren ist.

Ebenso wie den Artikel über die Sprache, werde ich auch diese Liste Stück für Stück erweitern.

Résumé nach dem 1. Monat

Donnerstag, März 18th, 2010

Nun bin ich doch schon glatt einen Monat hier. Zeit mal eine Zwischenbilanz zu ziehen.
Bis jetzt kann ich sagen, dass ich den Schritt hier einige Zeit nach Chile zu kommen bis jetzt nicht eine einzige Minute bereut habe. Der Kulturschock blieb bislang immer noch aus und ich rechne nicht, dass er jetzt nach Argentinien noch kommt. Heimweh kam auch noch nicht auf . Dafür ist viel zu viel los um sich zu langweilen und viel an zu Hause zu denken.

Ich habe diesen Monat wahnsinnig viel erlebt und viele neue Erfahrungen gemacht. Dazu gehören auch so schwerwiegende Erfahrungen, wie das Erdbeben, das mich im Nachhinein doch sehr zum Nachdenken bewegt hat und mit Sicherheit ein Erlebnis war, dass ich mein Leben lang nicht vergessen werden. Mit all seinen Schrecken und negativen Seiten, aber auch den Konsequenzen, dass Freundschaften um so wichtiger sind und auch das Glück jeden Tag genießen zu können.

Einen guten Beitrag leisten auch die Chilenen, die einem ausnahmslos freundlich und hilfsbereit zur Seite stehen.
Das Leben hier läuft einfach unglaublich gelassen ab, auch wenn ich jeden Tag über 9 Stunden in der Arbeit bin. Leichter kann es ein Land einem Ausländer wirklich kaum machen.

Ich habe soviel Energie und weiß nicht, woher sie kommt. Es überhaupt kein Problem zu arbeiten, spät ins Bett zu gehen und am Wochenende auch noch was zu unternehmen.

Diese Woche habe ich auch das erste Mal das Gefühl, dass sich sprachlich ein bisschen was nach vorne bewegt hat. Ich hoffe, dass es nicht nur chilenischer Alltags-Slang ist, ¿catchai?

Wenn ich vorher gewusst hätte mit welchen Situationen ich zu kämpfen haben würde, hätte ich die Reise mit Sicherheit nicht gemacht. Ich glaube aber, dass ich mit den Aufgaben schon gewachsen bin und ich glaube auch, dass ich mich ein wenig verändert habe. Aber das müsst ihr dann zu Hause beurteilen.

Es ist ein Traum, wenn man sich in der Mittagspause ein paar Minuten in den Park am Ufer des Flusses des Mapocho legen kann und es scheint einem die Sonne ins Gesicht. Die Wochenenden sind stets ausgefüllt, mit Ausflügen, Entspannen und einfach nur Freude treffen. Die Landschaft rundherum ist wunderschön und begeistert jeden. Dabei kenne ich die wirklichen landschaftlichen Highlights, wie die Atacama-Wüste noch gar nicht.

Chile, ich glaube ich hab ein Problem mit dir! Du hast mich erobert!
Und herzlichen Glückwunsch Pato. Du hast mir immer prophezeit, dass ich mich in Chile wohlfühlen würde und ich hab dir nie geglaubt, weil Südamerika viel zu exotisch sein würde um sich da als Deutscher wohl fühlen zu können.

Ich kann nur sagen, dass ich hier jeden Abend mit einem Lächeln ins Bett gehe und mir im Inneren einfach nur denke „schön“, nicht mehr.

P.S.: Auch wenn diese Zeilen so klingen, als würde ich hier bleiben wollen, macht euch keine Sorgen, ich komm schon zurück. Es hängt ja auch was an daheim.

Ich hasse Nachrichten

Freitag, März 12th, 2010

Da es heute ja schon wieder 3 stärkere und mehrere kleine Nachbeben gegeben hat und das in der Medienlandschaft weltweit schon wieder breitgetreten wurden, möchte ich den heutigen Tag richtig stellen und meine Erlebnisse schildern.

In den Medien war es wahrscheinlich von besonderem Interesse, weil heute die Amtseinführung des neuen chilenischen Präsidenten Piñera war und genau bei seiner Einführung die Erde gezittert hat. (Böse Zungen haben gesagt, die Erde wehrt sich gegen Piñera 🙂 ). Für die Medien so ein Zufall, Amtseinführung und Erdbeben, natürlich ganz toll, und so bauscht man die Sache ein bisschen auf.

Mein Eindruck:
Ich saß gegen 11:30 Uhr am Schreibtisch, als es im 13. Stock zu schwanken begann. Da es ein bisschen stärker schwankte als normal (es schwankt jeden Tag 3-5 Mal im Büro; im 13. Stock merkt man auch alles), wurde diskutiert, ob man runtergehen soll. Erstmal nicht, weil es sich schon wieder legte. Nach ein paar Minuten kam noch ein Beben. Jetzt hat man sich entschlossen doch runter zu gehen. Ein paar haben ihren Kaffee mitgenommen und dann sind alle gemütlich die Treppe runter auf die Straße. Dort kam dann das dritte Beben, dass man auf der Straße aber kaum gespürt hat. Einige haben eine geraucht, andere sind die Bar gegenüber und haben sich einen Kaffee oder in der Bäckerei was zu Essen gekauft. Es wurde unten auf der Straße eine halbe Stunde gewartet. Auch aus den anderen Büros waren Leute auf der Straße, wodurch schon was los war. Danach sind alle wieder hoch gegangen. Von Chaos oder Panik konnte aber überhaupt keine Rede sein.

Das Epizentrum lag auch nicht hier in Santiago. Und wenn hier von einer Stärke von 7,2 die Rede ist, dann ist das das Epizentrum. Hier in Santiago waren es geschätzte 5. Und schwups steht in den Nachrichten „schweres Nachbeben der Stärke 7,2 erschüttert Santiago und versetzt Menschen erneut in Angst und Schrecken“.

Es tut mir wirklich leid, dass ich euch durch meinen Aufenthalt hier so viele Sorgen bereite. Ich wünschte, ihr könntet hier sein und euch selber ein Bild machen. Weil egal, was ich hier schreibe, wenn die nächste Meldung in den Nachrichten kommt, dann ist in Deutschland wieder mehr Sorge und Panik als hier.

Ich hasse Nachrichten

Alles heißt anders – el chileno me mata

Montag, März 8th, 2010

Das chilenische Spanisch hat es in sich. Zum einen wimmelt es nur so von Modismos (Redewendungen) und zum anderen gibt es sau viele Chilenismos.
Ich hab mal so gesammelt, was sich in den ersten zwei Wochen so alles angesammelt hat.

Wird jetzt vor allem diejenigen interessieren, die ein wenig Spanisch können. Oft hab ich die spanisch-spanische Bedeutung einfach dahinter geschrieben.

  • Catchai = Lässt sich beim Erzählen eigentlich nach jedem Satz einfügen. Bedeutet nichts anderes als „entiendes“ also „verstehst du“, eigentlich als bedeutungslos.
  • cagar / cagarse = Nach „catchai“ eigentlich das wichtigste Verb. Es heißt eigentlich „auf der Toilette ein großes Geschäft machen“. Diesen Wort kommt im chilenischen Alltag nun eine große Bedeutung bei. Man sagt „los chilenos se cagan de todo“. Also zum Beispiel, wenn einem ein Missgeschick passiert ist sagt man: „se cagó“ also „er hat sich angeschissen“, oder „me cagué esta cosa“ heißt dann also „dieses Ding ist mir kaputt gegangen“. Oder auch „se cagó de la risa“ heißt „er konnte sich nicht halten vor Lachen“. Während dem Erdbeben wäre „me cagué de miedo“ angebracht gewesen. Für uns klingt die Übersetzung ein wenig hart, hier ist es aber Alltagssprache.
  • durazno = melocotón = Pfirsich
  • plata = aguacate = Avocado (nebenbei Kilo kostet etwa 1,20 €)
  • pololo / polola = novio / novia = fester Freund /-in
  • lolo / lola = chico / chica = Jugendliche (-r)
  • luca = 1000 pesos
  • once = Snack oder Tee am Nachmittag. Kommt vom Wort aguardiente (Schnaps), welches 11 Buchstaben hat und welches man ebenso zu einem once genießen kann 🙂
  • es la raja = je nach Betonung entweder super gut oder total mies. Kommt dem spanischen „es de puta madre“ recht nah und ist eigentlich auch sehr informell, aber man hört es überall
  • Huevón / Weón= wie bei a raja zweideutig. Eigentlich ein Dreckskerl, bei anderer Betonung und in anderem Zusammenhang aber auch ein Kompliment. Kann auch einfach am Satzende satt „catchai“ verwendet werden und hat dann etwa die selbe Bedeutung.
  • Wie überall in Südamerika existiert die zweite Person Plural nicht („que hacen“ statt „que haceis“). Das war klar. Aber in der 2. Person Singular wird aus „hablas“ „hablai“, was total komisch klingt.
  • „ir / andar de carrete“ oder „carretear“ = ausgehen, Abends feiern oder Party machen
  • curado = borracho = betrunken
  • buena / mala onda (estar de buena onda / tener buena onda) = Man ist gut / schlecht drauf (etwas läuft gut)
  • poto = culo = Hintern
  • „Almuerzo“ ist hier das Mittagessen (in Spanien ist almuerzo ja eher eine Brotzeit). Dagegen heißt hier das Abendessen „comida“, was ja in Spanien eher das Mittagessen ist. Das spanische „cena“ für Abendessen existiert hier nicht. Wenn man das nicht weiß, kommt man hier zeitlich etwas durcheinander, wenn man groß zum almuerzo um 2 Uhr nachmittags eingeladen wird.
  • Wie in Andalusien hängen die hier auch -ito, -ita an jedes Wort. chico-> chiquitito …. . Ist ja nix neues, fällt aber durch die übermäßige Verwendung auf
  • Ebenso wird alles andalusisch undeutlich ausgesprochen. Die Empanada wird somit zur Empanaaaaa. Auch nix wirklich neues.
  • Kuchen heißt hier Kuchen und schmeckt auch so. Ein Glas Bier ist ein Shop. Kommt von deutschen Schoppen. Keke (oder queque) ist der Keks. Diese Chilenismen sind mal einfach.
  • al tíro = jetzt gleich, sofort

Ist jetzt noch lange nicht alles. Ich werde die Liste ständig erweitern.

Zusammenfassend bin ich auch selbst schuld. Alle sagen, geh nicht nach Andalusien um Spanisch zu lernen. Was mach ich, ich verbringe fast alle meine Spanienaufenthalte in Andalusien. Ebenso heißt es, wenn du in Südamerika Spanisch lernen willst, dann geh nicht nach Chile. Was mache ich wiederum, ich muss nach Chile gehen. Ich hatte es ja vorher gewusst und war durch die Pato ja chilenisch gesehen schon gut vorbereitet. Aber als Anfänger möchte ich hier nicht aufschlagen. Ich hab hier teilweise und vor allem in der Arbeit echt an der Sprache zu beißen. Wobei ich mich im Großen und Ganzen ja echt nicht beschweren kann. Von allerlei Grillfesten bei der Verwandtschaft von der Pato bis hin zur telefonischen Flugreservierung, oder sonstigem  Smalltalk hier in der Familie oder mit irgendwelchen Leuten konnte ich mich überall durchkämpfen. Mag auch daran liegen, weil man Stück für Stück jede Hemmung verliert. Macht mich auf der anderen Seite auch ein bisschen Stolz, was ich in den weniger als 4 Jahren neben der Arbeit geschafft habe.

Jetzt bleibt es spannend, in wieweit sich mein Spanisch noch verbessert und ob ich mit einem südamerikanischen Einschlag in meinen Spanisch zurückkomme. 🙂

Chile ayuda a Chile

Sonntag, März 7th, 2010

Gestern war hier Staatstrauer ausgerufen. Es wurden alle angewiesen im Andenken an die Opfer die chilenische Fahne aus dem Fenster zu hängen. War ein beeindruckendes Bild die Straßen mit den ganzen Fahnen zu sehen. Zudem gab es ein Teletón (24h Fernsehshow), in der Künstler aufgetreten sind und Spenden gesammelt werden sollten. Es kam die unglaubliche Summe von 30.000.000.000 Pesos (42.000.000 €) heraus (das Ziel waren 15.000.000.000 Pesos). Am Ende der Sendung haben sich die alte Präsidentin Bachelet und der neue Präsident Piñera dann umarmt. Die beiden sind normalerweise Konkurrenten. Irgendwie symbolträchtige Bilder.

Die Pato war bei ihrer Mutter letzte Woche in Conceptión und konnte da nun hautnah von den Zuständen berichten. So habe ich mal eine andere Sichtweise als aus dem Fernseher gehört. Die Geschichten von der Pato waren aber auch nicht besser als die Nachrichten. Das Schlimmste ist, dass vieles gar nicht durch das Erdbeben direkt kaputt gegangen ist (die Bausubstanz schon), sondern durch die saqueos (Raubzüge der Leute). Die haben nicht nur Supermärkte und Apotheken ausgeräumt, sondern in Concepción sogar ein Fitnesscenter mit allen Übungsgeräten. Macht einen schon nachdenklich.

Zum einen sieht man die Raubzüge und die kriegsähnlichen Zustände im Fernsehen, auf der anderen Seite werden binnen 24 Stunden 42.000.000 € an Spenden gesammelt. Man spürt deutlich die Aufbruchsstimmung. Jeder sagt sich „wir schaffen es“. Mich beeindruckt es, wie die Chilenen nach Vorne schauen.

So schlimm das Erdbeben auch war, so interessant ist die Zeit im Moment auch hier.

Cajón de Maipo – So stell ich mir Südamerika vor

Samstag, März 6th, 2010

Da ich die Wochenenden ja nun immer schön nutzen muss, habe ich mich entschlossen heute in den Cajón de Maipo zu fahren. Gestern Abend waren wir noch mit der Sprachschule unterwegs. Ich hab mich am Riemen gerissen und bin aus der Bar mit 4 anderen noch vor Mitternacht raus und wir haben dann ein Taxi zurück genommen. Dummerweise bin ich dann bei denen in der Wohnung noch zwei Stunden hängen geblieben, so dass es dann fast halb 3 Uhr war, bis ich im Bett war.

Heute morgen klingelte dann schon um 7:30 Uhr wieder der Wecker. Ich bin aus dem Bett gekommen, jedoch der Bekannte, der mit mir den Ausflug machen wollte, scheinbar nicht, weil er am Treffpunkt nicht ankam. Nach etwas warten, habe ich mich dann aber entschlossen einfach alleine in den Cajón de Maipu zu fahren. Ich war ja nun schon mal auf und außer Haus. Zuerst muss man da mit der Metro in einen Vorort fahren. Dort steigt man dann in Micros (kleine Busse) um. Der Bus ist mindestens eine Stunde kreuz und quer durch die Randbezirke von Santiago gefahren. Eine rote Ampel nach der anderen. Ich hab schon geglaubt, dass wir nicht mehr aus der Stadt rauskommen. Plötzlich wurde es aber dann grün und die Berge begangen. Nach noch gut einer halben Stunde kam ich dann in dem Hauptort San Jose de Maipo an. Der Ort ist wirklich sehr klein und eigentlich nicht viel mehr als ein Straßendorf. Aber der Ort ist Südamerika, wie man es sich vorstellt. Kleine bunte Häuser, Holzschilder mit der Hand beschriftet und eingerahmt von Bergen. Was mir zum ersten Mal wirklich aufgefallen ist, waren die vielen streunenden Hunde. Unglaublich, aber das ist auf dem Land in Chile ein wirkliches Problem.
Eigentlich wollte ich im Cajón de Maipo ein wenig wandern gehen. Direkt in San Jose gibt es da aber nicht viel. Also bin ich mit dem Bus weiter in den nächsten Ort San Alfonso. Dort wollte ich eigentlich zu den Wasserfällen „Cascada de las Ánimas“ gehen. Laut Reiseführer eine 90 minütige Wanderung. Mir schwebte eine schöne Brotzeit am Wasserfall vor. Zuerst habe ich ewig gesucht, wie man denn dahin kommt. Nach 3 maligem Fragen stand ich dann am Eingang. War eher eine Rezeption. Die haben mit mitgeteilt, dass man da nur geführt hingegen kann, die Tour 5000 Pesos (ca. 7 €) kostet und 4 Stunden dauern würde. Zudem hätte ich mir die Wartezeit bis zur Tour doch gleich in ihrem Restaurant vertreiben können. Dazu hatte ich aber  keine Lust und auch nicht, da im Gänsemarsch zu den Wasserfällen am Fluss zu wandern. Also erstmal Mittagessen unten am Fluss. War ebenso gar nicht so leicht einen Weg zum Fluss zu finden. Hab aber dann doch ein schönes Plätzchen gefunden. Irgendwie haben die eine andere Vorstellung von wandern und machen es Wanderwilligen, die keine Tour wollen, doch recht schwer. 🙂

Da das mit den Wasserfällen nichts wurde, habe ich mich entschlossen einfach weiter Tal einwärts zu fahren. Während ich auf den Bus wartete, kam aber ein chilenisches Pärchen in einem Jeep vorbei und nahm mich mit. Da die Fahrerin eine Einheimische war, hatte ich das Glück unglaublich weit in das Tal hinzufahren zu können. Da kommt man mit dem Bus nur einmal täglich hin und muss sich zudem bei der Polizeistation melden. Das alles brauchte es so nicht, wir sind einfach durchgefahren.  Für Nicht-Anlieger ist die Schotterpiste gesperrt. War super. Somit kam ich bis zur Häuseransammlung „El Volcán“ auf über 1400 Meter Höhe. Ist eine wirklich beeindruckende Landschaft. Die Berge rund herum sind alle mehr als 3000 m hoch. Um den Vulkan „Volcán de Maipo“, der schon auf der Grenze zu Argentinien liegt, sehen zu können, hätte ich noch 10 km weiter ins Tal gemusst. Das ging aber zeitlich nicht. Vor allem, weil ich ja auf die Mitnahmegelegenheit angewiesen war und die fuhr nicht weiter als bis El Volcán.

Dort oben war dann wirklich nichts los. Man hörte nur den Bach rauschen. Kaum ein Mensch war unterwegs. Traumhaft schön. So stellt man sich ein Tal in den Anden vor. Die Häuser, die Straßenschilder, die Schotterpiste. Das kommt dem Ende der Welt wirklich nahe. Aber ist ein sehr schönes Welt-Ende. Das einzige war, dass die Sonne gnadenlos runter brannte. Mir wurde direkt schwindlig. Ich hätte da was für den Kopf gebraucht. Der Wasservorrat ging dann auch noch neige. Also musste ich an die Rückkehr denken.

Da es hier oben ja keinen Bus mehr gibt, musste ich mir wieder einen Talfahrt organisieren. War aber überhaupt keine Sache. Bin einfach die Schotterpiste runter gegangen und schön saß ich wieder in einem Jeep, der mich dann sogar bis San Jose de Maipo mitgekommen hat. Diesmal eine chilenische Familie. Bin heilfroh um mein Spanisch. Das macht alles unglaublich einfach und problemlos.

Von da ging es dann wieder mit dem Bus die 1.5 Stunden zurück nach Santiago. In den Bus stiegen immer wieder Leute ein, die ähnlich wie im Flugzeug, was während der Fahrt verkaufen wollten. Von einem neuartigen Set Kugelschreiber bis zu einem Stoss raubkopierter CDs für 500 Pesos (ca. 80 Cent) das Stück, die man in einem  Discman sogar vor dem Kauf probe hören konnte, war alles dabei.

Jetzt hab ich gerade ein wenig Schlaf nachgeholt, weil ich nach der kurzen Nacht und dem Trip nun doch sehr müde war.

Was ich gerade noch versuche zu ergründen ist, warum man ein Tal Cajón (also Schublade) nennt? Noch sonderbarer wird es, weil es im Cajón de Maipo einen Ort mit dem Namen Melocotón (= Pfirsich) gibt. Gut dass der Pfirsich im südamerikanischen Spanisch „durazno“ heißt. So fällt es vielleicht nur mir auf: „Ich wohne in Pfirsich in der Schublade“ 🙂

Zusammenfassend war es ein genialer Tag. Die Landschaft war traumhaft schön. Und ich möchte sagen, heute war ich das erste Mal so richtig in Südamerika. ¡Viva Chile!

Jetzt holt mich gleich die Pato ab. Dann schau ma mal. Vielleicht bleibt ich heute Nacht bei ihr auf dem Land in Chicureo. Morgen wird auf jeden Fall entspannt.

Puhh, jetzt habe ich aber viel geschrieben. Wenn euch langweilt, muss es keiner lesen. Ist ja auch für mich, so dass die möglichst wenig vergesse.